Games
Elden Ring und der Reiz am Scheitern
Nur wenigen Spielen gelingt es, ein eigenes Genre zu begründen. Die „Dark Souls“-Reihe hat das geschafft. Soulslike heißen die Games, die sich an der Erfolgsformel des japanischen Spieleentwicklers From Software orientieren. Die da lautet: Schraube den Schwierigkeitsgrad hoch und setze noch eine Schippe drauf. Wer also Soulslike-Spiele spielt, der muss sich darauf gefasst machen, dass die Spielfigur regelmäßig ins Gras beißt. Durchhaltevermögen ist also gefragt. Damit stehen die Games im krassen Gegensatz zu etlichen anderen Computer- und Videospielen, die es leicht machen, das Spiel zu beenden. Schließlich sollen möglichst viele Menschen das Spiel kaufen.
Doch die herausragenden Verkaufszahlen von „Elden Ring“, dem neuesten Soulslike von From Software, zeigen, dass es einen Markt für herausfordende Games gibt – das Spiel hat sich in nur wenigen Wochen mehr als zehn Millionen Mal verkauft.
Für alle aktuellen Konsolen erhältlich
In „Elden Ring“ (PC, Playstation 4 und 5, Xbox One und Xbox Series X/S) kommt der Spieler nach seinem Ableben in die Zwischenlande, um dort den namensgebenden Eldenring zu finden beziehungsweise wieder zusammenzufügen. Die Hintergrundgeschichte hat George R. R. Martin (Autor von Das Lied von Eis und Feuer/Game of Thrones) geschrieben, allerdings liegt es – auch das ist typisch Soulslike – am Spieler, in der Welt durch Gespräche oder Hinweise mehr darüber zu erfahren. Besonders wortreich geht es in dem Actionrollenspiel sowieso eher selten zu. Stattdessen stehen klar die Kämpfe im Vordergrund.
Schneller Angriff, schwerer Angriff, Blocken und Ausweichen sind die Grundmanöver, die es zu beherrschen gilt. Genre-Neulingen machen das schon die ersten Minuten im Spiel klar, wenn sie beispielsweise von Wölfen oder Söldnern in einer Burgruine getötet werden. Das virtuelle Ableben ist nicht weiter schlimm, denn überall in der Spielwelt sind Speicherpunkte verteilt, an denen die Reise weitergeht. Allerdings: Die bis zum Tod gesammelten Erfahrungspunkte sind futsch – es sei denn, der Spieler erreicht seinen Grabstein. Dass die Standardgegner (auch die bereits erledigten) immer wieder auftauchen, macht das Spiel nicht einfacher.
Optisch gibt’s kaum etwas zu meckern
Doch genau das macht den Reiz aus, weckt den Ehrgeiz, es selbst nach x Versuchen immer weiter zu probieren. Das Erfolgserlebnis danach ist super. Selten fühlt man sich als Spieler besser, gerade nach Kämpfen gegen die fantasievollen (und noch stärkeren) Bosse.
Optisch gibt’s an „Elden Ring“ kaum etwas auszusetzen, außer, dass die Farbpalette bunte Farben weitgehend ausspart, aber in den Zwischenlanden gibt’s eben keine saftig grünen Wiesen und Wälder. Muss es auch nicht, stimmig ist die Grafik allemal. Die Gegnervielfalt ist riesig, ebenso die Auswahl an Waffen, mit denen der Spielstil maßgeblich bestimmt wird. Übrigens sollten auch PC-Spieler zum Gamepad greifen, mit Maus und Tastatur ist die Steuerung recht umständlich geraten. In den Zwischenlanden lassen sich etliche unterhaltsame, manchmal vielleicht sogar frustrierende Stunden verbringen – eben typisch Soulslike.
Info
Verlag: Bandai Namco
Altersfreigabe: Ab 16 Jahren
Wertung: 9 von 10