Games RHEINPFALZ Plus Artikel „Diablo 2 Resurrected“ belebt den Klassiker wieder – mit all seinen Schwächen

Deutlich hübscher als 2001: „Diablo 2 Resurrected“.
Deutlich hübscher als 2001: »Diablo 2 Resurrected«.

Die Remake-Welle rollt weiter: Die Spiele-Neuauflagen versprechen den Herstellern mit überschaubarem Aufwand klingende Spielenamen wiederzubeleben – im Fall von „Diablo 2“ sogar wortwörtlich: „Diablo 2 Resurrected“. Und Fans oder Neueinsteiger erfreuen sich gleichermaßen am altbekannten Spielspaß in zeitgemäßer Grafik. Alles super, oder?

„Diablo 2“ hat Anfang der 2000er Jahre ungezählten Schülern schlaflose Nächte und schlechtere Noten beschert, denn das Action-Rollenspiel verbindet die beiden Genres geradezu perfekt. Sich durch die Gegnermassen zu prügeln, stechen und zaubern und mit zahlreichen Ausrüstungsgegenständen für die Mühe belohnt zu werden, das fesselt einfach. Die Präsentation drumherum, wie die hochwertigen Zwischensequenzen, die tollen Lichteffekte und sogar eine wendungsreiche Hintergrundgeschichte haben damals begeistert. Nicht zu vergessen, die Möglichkeit über das Battle.net-Netzwerk online mit Freunden zu spielen. Ein Traum!

Das Spiel macht trotz aller Unbequemlichkeiten noch Spaß

Kein Wunder also, dass die Spieleentwickler von Blizzard Entertainment diesen Klassiker reaktivieren. Neue, verbesserte Grafik, überarbeitete Sounds – fertig ist der nächste Hit. Mitnichten. Denn die Nähe zum Original – am Spielablauf selbst wurde kaum etwas geändert – zeigt bei „Diablo 2 Resurrected“, wie sich Spiele seit 20 Jahren weiterentwickelt haben: 2021 will kein Spieler mehr mit den Mitspielern um besonders wertvolle Beute konkurrieren. Denn nach Bosskämpfen bekommt hier der Spieler die Ausrüstung, der am schnellsten klickt. Außerdem ist das Inventar so klein, dass der Spieler ständig ins Dorf reisen muss, um Ausrüstung und Gegenstände zu verkaufen.

Puristen ist „Diablo 2 Resurrected“ uneingeschränkt zu empfehlen. Wer jedoch seitdem auch andere Spiele gespielt hat, dem dürften fehlende Komfortfunktionen übel aufstoßen. Dass es selbst Wochen nach dem Release immer wieder Probleme mit dem Onlinemodus und Warteschlangen gibt, muss ebenfalls erwähnt werden.

Aber: Das Spiel macht trotz aller Unbequemlichkeiten noch Spaß, die sieben Heldenklassen spielen sich merklich unterschiedlich. Die Kombination aus Monster metzeln und Ausrüstung sammeln fasziniert auch 2021 noch. Zumindest für einige Zeit.

Info

Verlag: Blizzard Entertainment

Freigegeben: Ab 16 Jahren

Wertung: 7,5 von 10 Punkten

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