Politik Zur Sache: Finsbury-Park-Moschee

Die Tat mit dem Kleinlaster ereignete sich in der Seven Sisters Road. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Finsbury-Park-Moschee, die in den 1990er Jahren wegen des Hasspredigers Abu Hamza al-Masri international in Schlagzeilen auftauchte. Der Einäugige machte nicht nur mit seiner Metallhaken-Prothese an der rechten Hand von sich reden, sondern vor allem mit Brandreden gegen den „amerikanischen Satan“. Unter Hamza spielte die Moschee bei der Radikalisierung junger Muslime eine wichtige Rolle. Zu ihren Besuchern gehörten der britische „Schuhbomber“ Richard Reid sowie der Franzose Zacarias Moussaoui, der an den Vorbereitungen für die Terroranschläge in den USA am 9. September 2001 beteiligt war. Bei einer Razzia im Jahr 2003 beschlagnahmten die Ermittler in der Moschee Waffen. Ein Jahr später wurde Hamza auf US-Antrag verhaftet. 2012 wurde er in die USA ausgeliefert, wo er drei Jahre später zu lebenslanger Haft wegen Verwicklung in eine Geiselnahme im Jemen und Unterstützung des Terrorismus in Afghanistan verurteilt wurde. Inzwischen ist die neue Leitung der Moschee bemüht, den Ruf als Hort des Islamismus abzulegen und die Moschee auch für Andersgläubige zu öffnen.