Politik Zur Sache: Für Israel wird die Lage komplizierter

Israels Armee ist in Alarmbereitschaft. Grund ist nicht so sehr der verbale Schlagabtausch zwischen Washington und Moskau, sondern die Sorge vor einem Vergeltungsschlag nach dem israelischen Luftangriff auf den Militärflughafen T-4 unweit von Homs. „Israels Verbrechen wird nicht unbeantwortet bleiben“, drohte der frühere iranische Außenminister Welajati. Bei dem Luftangriff auf den syrischen Militärflughafen kamen Anfang der Woche 14 Menschen zu Tode, darunter sieben Angehörige der iranischen Revolutionsgarden. T-4 soll eine der Schlüsselpositionen der Revolutionsgarden sein, aber auch syrische und russische Flugzeuge sind dort stationiert. Aus israelischer Sicht verkompliziert sich mit dem Konflikt der beiden Supermächte die Lage in Syrien. Erklärtes Ziel von Ministerpräsident Netanyahu war stets, eine dauerhafte Stationierung iranischer Truppen im Nachbarland zu verhindern. Dabei setzte er seine Hoffnung auch auf Moskau. Die Russen ließen Israel bei den bisher mehreren Dutzend Angriffen, die die israelische Luftwaffe zumeist auf Waffentransporte flog, gewähren. Den Angriff auf den Militärflughafen T-4 dagegen verurteilte das Verteidigungsministerium in Moskau. Eine offene Auseinandersetzung mit den USA könnte Moskau noch stärker zu einer Positionierung gegen Israel zwingen. Damit läge eine diplomatische Lösung des Problems der iranischen Truppen in Syrien in weiter Ferne.