Politik Zur Person: Ralph Brinkhaus

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Ralph Brinkhaus ist zwar im Revoluzzerjahr 1968 in Rheda-Wiedenbrück in Ostwestfalen geboren, aber er ist ein eher ungewöhnlicher Revolutionär. Wer den gelernten Steuerberater am Rednerpult des Bundestages und im persönlichen Gespräch erlebt, registriert rasch seine Zielstrebigkeit. Spätestens gestern wurde das auch allen Teilnehmern der Unionsfraktion klar, die sich mehrheitlich für den bisherigen Fraktionsvize als ihren Vorsitzenden im Parlament aussprachen. „Er brannte förmlich für den Fraktionsvorsitz“, beschrieb der CDU-Politiker Gunther Krichbaum die Bewerbungsrede des 50-Jährigen. In die CDU kam Brinkhaus 1984 zu Schulzeiten über die Junge Union. Er sitzt seit 2009 für den Wahlkreis Gütersloh im Bundestag. Seine Heimat ist geprägt von Konzernen wie Bertelsmann, Miele und dem Landmaschinenbauer Claas. Auf diese wirtschaftliche Stärke verweist der in Rietberg aufgewachsene Brinkhaus gern. Im Januar 2014 wurde er stellvertretender Fraktionschef im Bundestag und machte sich einen Namen als Experte für Haushalts- und Finanzfragen. Dabei gehörte er nie zu den Lautsprechern im Plenum, er war keiner für die schnelle Schlagzeile, sondern wägte seine Worte lieber ab. Brinkhaus ist kein Abnicker – er steht in Zeiten einer erstarkenden AfD für einen konservativen Kurs mit klarer Handschrift. Seine Themen brachte er mit Nachdruck vor: So meldete er sich 2015 im Schuldenstreit mit Griechenland kritisch zu Wort und forderte eine strenge Aufsicht über die Hilfen der Euro-Länder für Athen. Im April dieses Jahres trat Brinkhaus bei den angestrebten Reformen der Euro-Zone im Namen der Unionsfraktion überraschend deutlich auf die Bremse und nahm damit auch mancher Euphorie in Paris und Berlin den Wind aus den Segeln. Brinkhaus will auch in umstrittenen Themen wie Migration Akzente setzen. „Wir hebeln das Recht auf Asyl aus, wenn wir jedem ein Bleiberecht bieten“, schreibt er auf seiner Internetseite. „Wann wir am Ende unserer Möglichkeiten sind, müssen wir in dieser sich schnell verändernden Welt von Jahr zu Jahr neu entscheiden.“ Zugleich stellt er sich hinter Maßnahmen der großen Koalition wie das Baukindergeld, dessen Kosten Kritiker für zu hoch halten.

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