Fragen & Antworten
Wie die Senioren geimpft werden
Wann werden die rüstigen Über-80-Jährigen geimpft?
Nach Angaben des Statistischen Landesamtes leben in Rheinland-Pfalz 282.000 Menschen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben. In Pirmasens beispielsweise sind fast neun Prozent der Einwohner in diesem Alter. In absoluten Zahlen: Rund 3600 Pirmasenser haben also nach der Verordnung des Bundesgesundheitsministerium einen Anspruch auf sofortige Impfung, in Zweibrücken sind es 2600.
Allerdings ist nach wie unklar, wann diese Senioren, die in der Impf-Prioritätenliste ganz oben stehen und die nicht in Pflege- oder Alteneinrichtungen untergebracht sind, geimpft werden können. Das wird davon abhängen, wann die Impfzentren mit der Arbeit beginnen.
Was ist mit Senioren, die regelmäßig Tagespflegestätten
aufsuchen?
Ein Beispiel: Ein 84-Jähriger sucht aufgrund seines Gesundheitszustandes regelmäßig eine Tagespflegestätte auf. Wird er dort geimpft? Nein, sagt das Landesgesundheitsministerium: „Eine generelle Impfung der Besucher der Tagespflege ist zu Beginn nicht vorgesehen“, so ein Sprecher. Das bedeutet: Der 84-Jährige muss sich einen Termin für das Impfzentrum geben lassen.
Impfen ab dem 27. Dezember – sind alle Alten- und Pflegeheime vorbereitet?
Daran gibt es Zweifel. Aus einigen vorderpfälzischen Einrichtungen heißt es, der Impfstart sei überstürzt, die Planung laufe chaotisch. Der geforderte bürokratische Aufwand sei über die Weihnachtstage und den Jahreswechsel von den Einrichtungen nicht zu bewältigen. Für jeden Bewohner müssten unter anderem umfangreiche Formulare zu Vorerkrankungen, Medikation oder Allergien ausgefüllt werden und vom jeweiligen Hausarzt, dem Bewohner oder seinem Bevollmächtigten unterschrieben werden. In vielen Fällen müsse organisiert werden, dass während der Impfung die Betreuer oder Bevollmächtigen der Impflinge in Rufweite seien. Nach Ministeriumsangaben hat das Land in der vergangenen Woche die Einrichtungen über den Ablauf informiert.
Die Folge: Nach Einschätzung von einigen Einrichtungen werde bei ihnen „ziemlich sicher niemand am Sonntag“ geimpft.
Andere Einrichtungen berichten, sie seien zwar startklar, verfügten aber über keinerlei Informationen, ob sie für den Sonntag mit Impfstoff beliefert werden würden. Die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck (SPD) geht davon aus, dass die mobilen Impfteams in ihrer Stadt am 27. Dezember „wahrscheinlich“ mit der Arbeit in den Seniorenheimen beginnen könnten. Der offizielle Impfstart wird nach Angaben der Landesregierung in einem Heim in Koblenz sein.
Warum müssen die Pflegeheime die genaue Anzahl der zu Impfenden melden?
Nach Angaben des DRK Rheinland-Pfalz, das die mobilen Impfteams koordiniert, darf der Impfstoff nach der Aufbereitung nicht mehr transportiert werden. Er müsste weggeworfen werden, wenn mehr Menschen angemeldet wären als tatsächlich geimpft würden. Der Impfstoff, der am 26. Dezember in das rheinland-pfälzische Zentrallager geliefert wird, wird über mehrere Impfzentrem an die 20 mobilen Teams ausgeliefert.
Wann werden die Beschäftigten der mobilen Pflegedienste geimpft?
In Rheinland-Pfalz gibt es über 16.300 Beschäftigte bei den mobilen Pflegediensten. Diese Beschäftigten können sich prioritär impfen lassen. Nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums sei derzeit in Planung, dass sich diese Gruppe rechtzeitig vor dem Start der Impfzentren über die zentrale Terminvergabe des Landes einen Impftermin geben lassen können.
Ab wann geht das Impfen in den Impfzentren los?
Seit dem 15. Dezember sind die 31 Zentren im Land startklar. Ab dem 4. Januar sollen sie in einem „verschärften Stand-by-Modus“ sein. Das heißt nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums, dass die Dienstpläne fertig sind, dass Ärzte, Apotheker und weiteres Personal mit wenigen Tagen Vorlauf abrufbereit sind.
Der Zeitpunkt hänge unter anderem damit zusammen, wie hoch die Impfbereitschaft in den Einrichtungen sei und wie viel Impfstoff entsprechend noch für Besucher der Impfzentren zur Verfügung stehe. Bis Jahresende erhält Rheinland-Pfalz 68.250 Impfdosen, etwa 78.000 Personen leben und arbeiten in den Altenheimen. Ab Januar werden wöchentlich 34.125 Dosen des Biontech-Vakzins benötigt.
Nach Angaben des Ministeriums müsse zudem eine Rückstellung für die zweite Impfung nach 21 Tagen erfolgen, falls es Probleme mit dem Nachschub gebe. Es ist also unklar, wann in den Zentren geimpft werden kann.
Wann werden die Impflinge informiert?
Nach wie vor ist unklar, wann das Land darüber entscheidet, wie die betroffenen Personengruppen, die nicht in Heimen leben, informiert werden über die Impfmöglichkeit. Dies sei „Gegenstand der Prüfung“ und werde unmittelbar nach den Feiertagen kommuniziert, so ein Sprecher des Landesgesundheitsministeriums.
Wann wird die Telefonnummer zur Terminvergabe bekanntgegeben?
Nach Angaben des Mainzer Gesundheitsressorts wird vermutlich Anfang bis Mitte Januar ein Terminvergabesystem gestartet. Der genaue Zeitpunkt werde in den kommenden Tagen bekannt gegeben, so ein Sprecher am Mittwoch.