Kriminalität
Weniger Einbrüche wegen Homeoffice und Lockdown
Die Anzahl der Verbrechen in Deutschland ist im vorigen Jahr insgesamt um 2,3 Prozent leicht gesunken. Vor allem bei den Diebstahlsdelikten, die etwa ein Drittel der insgesamt 5,3 Millionen Fälle ausmachen, verbesserten sich die Zahlen in nahezu sämtlichen Bereichen. Besonders stark rückläufig war die Anzahl der Wohnungseinbrüche. Hier wurden von der Polizei rund 75.000 Fälle registriert, fast 14 Prozent weniger als im Jahr davor. In Rheinland-Pfalz lag der Rückgang sogar bei 19 Prozent (auf 2627 Fälle).
Weniger Autos geklaut
Wie Innenminister Horst Seehofer (CSU) am Mittwoch bei der Vorstellung der Kriminalstatistik für 2020 sagte, liegt der Grund für den Rückgang in der Corona-Pandemie. Durch Homeoffice und Lockdown befänden sich die Menschen öfter in ihren Wohnungen und hielten damit Einbrecher von ihren Vorhaben ab. Auch mangels großer Menschenansammlungen gab es weniger Taschendiebstähle. Es wurden weniger Autos und Fahrräder gestohlen, ebenso registrierten die Behörden weniger Ladendiebstähle.
Der Präsident des Bundeskriminalamtes, Holger Münch, sprach mit Blick auf die Zahlen zum Wohnungseinbruchdiebstahl von einem seit Jahren zu beobachtenden Rückgang. Die Aufklärungsquote in diesem Bereich beträgt allerdings lediglich 18 Prozent (in Rheinland-Pfalz 24 Prozent).
Betrug bei Corona-Hilfen
Weil es im Bereich der Wohnungseinbrüche an Tatgelegenheiten mangelte, verlagerte sich die Kriminalität auf ein anderes Feld, auf das Internet. Unter das Stichwort Computerkriminalität fallen bundesweit rund 131.000 Straftaten (plus 6,2 Prozent). Hier geht es um Hackerangriffe und Datenhehlerei, aber auch um Betrug mit Kreditkarten oder Comutersabotage mit Erpressung. Die Corona-Pandemie hat auch für einen Zuwachs bei bislang weniger beachteten Straftaten gesorgt. So stieg die Anzahl der Fälle von Subventionsbetrug – etwa mit Corona-Hilfen – und von Warenbetrug über den Onlinehandel.
Kaum verändert hat sich die Anzahl der Rauschgiftdelikte. Es wurden rund 366.000 Fälle registriert (plus 1,7 Prozent), der Großteil drehte sich um Missbrauch von Cannabis. Bei der gemeldeten Gewaltkriminalität ist ein Rückgang von 2,4 Prozent auf rund 177.000 Fälle zu verzeichnen. Zuwachs wird in den Bereichen häusliche Gewalt und Kinderpornografie gemeldet.
Bei der Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner steht Bayern im Vergleich der 16 Bundesländer mit 4528 Fällen am besten da. Es folgen Baden Württemberg (4852) und Hessen (5446). Rheinland-Pfalz steht auf Platz vier (5626). Schlusslicht im Ranking ist Berlin mit 13.739 Taten.
