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Ski und Rodel gut: Doch die begehrtesten Ausflugsziele in Bayern machen derzeit dicht.
Ski und Rodel gut: Doch die begehrtesten Ausflugsziele in Bayern machen derzeit dicht.

Corona macht Tagesausflüge ins Gebirge für Münchner fast unmöglich. Der Unmut im Umland ist schon älter.

München hält sich ja selbst für die schönste Stadt der Welt – entsprechend golden müsste sich der Käfig anfühlen, in dem sich die Bewohner nun eingesperrt sehen. Stattdessen: zähneknirschendes Schweigen oder lautes Gemeckere. Denn gerade die begehrtesten Ausflugsziele, die schönsten Ski- und Rodelhänge, die schier unendlichen, perfekt gespurten Langlaufloipen der Umgebung – alles bleibt den Münchnern nun verwehrt. Bei schönstem Winterwetter. Und wohl weit übers aktuelle Wochenende hinaus.

Grund ist die Corona-Pandemie. Sie aber macht nur ein immer größeres Unbehagen sichtbar. Im Landkreis Miesbach zum Beispiel, wo ein Autostündchen von München entfernt Tegernsee und Schliersee locken, fragen Politiker, warum sich die eigenen Leute bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 200 nur in einem Radius von 15 Kilometern bewegen dürfen, die Münchner dagegen (Inzidenz 149) mit ihren Blechlawinen daherrollen können, wie sie mögen. Deshalb hat Miesbach die Tagestouristen kurzerhand ausgesperrt.

Hohe Bußgelder drohen

Berchtesgaden (Inzidenz 252) droht Ausflüglern mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro! Unter der Zugspitze rief die Bürgermeisterin von Garmisch-Partenkirchen gleich alle auf, daheim zu bleiben: Die Bäume könnten unter der überaus dicken Schneelast der vergangenen Tage zusammenkrachen. Und der Bayerische Wald hat sich dermaßen abgeriegelt, dass das einzige dort offene Wintersportzentrum, St. Englmar, fürs Wochenende den schlimmsten Andrang der Geschichte befürchtet.

Schon während des Sommers hat der von Woche zu Woche wachsende Ansturm auf die „Münchner Hausberge“ die Proteste der Einheimischen anschwellen lassen. Natur und Infrastruktur hielten das nicht mehr aus, sagen sie. Und auch wenn die Münchner Tagesgäste viel Geld in der Region lassen, stehen durchaus Plakate am Straßenrand: „Verpisst euch!“

Immerhin ist in der Corona-Not nun zustande gekommen, was längst überfällig war: ein runder Tisch aus Hauptstadt und Landkreisen. Bis zum Herbst sollen Projekte stehen zur Verdünnung der Massen und zur Stärkung des öffentlichen Verkehrs. Den steigenden Freizeitdruck aus einer unmäßig wachsenden Landeshauptstadt wird auch das kaum lindern.

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