Ukraine USA: Kiew kämpft erfolgreich gegen Russland

Pentagonchef Lloyd Austin besuchte zum zweiten Mal seit Ende April den US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein, um mit Alliierten über
Pentagonchef Lloyd Austin besuchte zum zweiten Mal seit Ende April den US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein, um mit Alliierten über die Hilfe für die Ukraine zu beraten.

Nach fast 200 Tagen Krieg hat die Ukraine angeblich eine Fläche so groß wie Hamburg zurückerobert. In Ramstein gibt es neue Zusagen für Militärhilfe, auch aus Deutschland.

Die ukrainische Armee hat bei ihrer Gegenoffensive im Süden und Osten des Landes nach eigenen Angaben eine Fläche von insgesamt 700 Quadratkilometern erobert. Das entspricht etwa der Größe von Hamburg. Allein in der Region Charkiw seien 20 Städte und Dörfer wieder unter der Kontrolle der Ukraine, teilte ein ranghoher Armeevertreter am Donnerstag mit. Man sei 50 Kilometer weit in das feindliche Gebiet vorgedrungen.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin sagte dazu, die Ukraine setze die an sie vom Westen gelieferten Waffen erfolgreich ein: „Wir sehen den nachweisbaren Erfolg unserer Bemühungen auf dem Schlachtfeld“, so Austin bei einem Treffen der 50 Staaten umfassenden Ukraine-Kontaktgruppe auf dem pfälzischen US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein. US-Generalstabschef Mark Milley erläuterte, die Ukraine habe mit den Raketenartilleriesystem HIMARS bereits 400 russische Ziele getroffen.

Blinken in Kiew

Austin unterstrich, die USA und ihre Alliierten stünden bereit, die Ukraine aufzurüsten, solange dies nötig sei. Es war bereits das fünfte Treffen der Kontaktgruppe, die Ende April in Ramstein gegründet worden war. Austin kündigte an, die Alliierten wollten in enger Abstimmung dafür sorgen, dass ihre Rüstungsindustrien auch längerfristig das nötige Kriegsgerät für die Ukraine produzieren. Austin kündigte zudem neue kurzfristige Lieferungen im Wert von 675 Millionen Dollar an, darunter Artilleriemunition und gepanzerte Fahrzeuge.

Auch US-Außenminister Antony Blinken sprach von „klaren und echten Fortschritten“ im Kampf gegen Russland. Er besuchte am Donnerstag von Polen aus unangekündigt Kiew und sagte der Ukraine dabei langfristige Kredite und Bürgschaften in Höhe von einer Milliarde Dollar zu. Weitere 1,2 Milliarden Dollar an Hilfsgeldern des US-Außenamts sollen an 18 andere Länder fließen, darunter die drei baltischen Staaten, die Republik Moldau und Georgien.

Deutsche Hilfe gegen Minen

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) kündigte in Ramstein an, die Bundesrepublik werde gemeinsam mit den Niederlanden „sehr zügig“ die Ukraine im Kampf gegen Minen und Sprengfallen unterstützen. Zunächst würden etwa 20 Ukrainer in der Kampfmittelabwehrschule in Stetten am kalten Markt ausgebildet.

Russlands Präsident Wladimir Putin hatte sich am Mittwoch in Wladiwostok überzeugt gezeigt, dass sein Land durch den Krieg in der Ukraine in der Welt gestärkt dastehe. „Wir haben nichts verloren und werden nichts verlieren“, so Putin.

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