Politik RHEINPFALZ Plus Artikel Trump und Iran drohen sich massiv

US-Präsident Donald Trump droht dem Iran mit neuen Angriffen.
US-Präsident Donald Trump droht dem Iran mit neuen Angriffen.

Wenn der Iran die geplante Einigung mit den USA nicht bald unterzeichne, „werden wir sie in Grund und Boden bombardieren“, sagt US-Präsident Donald Trump.

„Wir verwandeln die ganze Region in eine Hölle“, warnt Brigadegeneral Madschid Mussawi von der iranischen Revolutionsgarde. USA und Iran drohen sich nach den jüngsten Luft- und Raketenangriffen auf Ziele im Iran und amerikanische Militärstützpunkte am Golf und in Jordanien mit einem neuen Krieg.

Angriffe und Rhetorik sind Rituale, mit denen Washington und Teheran vor Abschluss der Verhandlungen über ein Kriegsende ihre Anhänger beeindrucken wollen. An zwei Tagen hintereinander haben sich die USA und der Iran so heftig angegriffen wie sei Beginn ihrer Feuerpause vor zwei Monaten nicht mehr. Die Gefechte folgten kurz auf einen iranisch-israelischen Schlagabtausch, der ebenfalls die Waffenruhe und die Friedensverhandlungen gefährdete. Beide Seiten spielen mit dem Feuer: Schon ein Missverständnis kann den Nahen Osten in einen neuen Krieg stürzen.

Trotz der Eskalationen der vergangenen Tage liefen die Gespräche über ein Ende des Konflikts weiter. Eine Delegation aus Katar schloss am Donnerstag ihre Treffen mit iranischen Regierungsvertretern in Teheran ab und kehrte nach Doha zurück. Laut Medienberichten hatte Trump den katarischen Diplomaten eine Botschaft an den Iran mitgegeben: Die jüngsten amerikanischen Angriffe im Iran seien eine Reaktion auf den Abschuss eines US-Hubschraubers gewesen und kein Signal zur Wiederaufnahme des Krieges. Die Auswahl der Ziele bei den amerikanischen und iranischen Militärschlägen der vergangenen Tage stützt diese Berichte. Die USA griffen vor allem iranische Raketen- und Radaranlagen entlang der Straße von Hormus an: Dem Iran soll klargemacht werden, dass Amerika die militärische Kontrolle der Iraner über die Meerenge lockern kann, wenn es will. Gleichzeitig verkündete Trump, den USA sei es gelungen, trotz der iranischen Sperre viel Öl durch die Wasserstraße zu bugsieren.

Steht Entwurf zur Einigung?

Der Iran griff US-Stützpunkte in Bahrain, Kuwait und Jordanien an. Teheran verzichtete aber auf neue Bombardements von Flughäfen sowie Öl- und Gasanlagen am Golf – ein Zeichen dafür, dass das Regime die Konfrontation mit den USA begrenzen will.

Katar ist neben Pakistan zum wichtigsten Vermittler im amerikanisch-iranischen Konflikt geworden. Die Nahost-Nachrichtenseite Amwaj, die über gute Kontakte im iranischen Machtapparat verfügt, berichtete am Donnerstag, dank des Einsatzes von Katar sei der Entwurf für eine Einigung fertig. Auf iranischer Seite fehlt demnach noch die Zustimmung des nationalen Sicherheitsrates. Gibt der Rat grünes Licht, wäre die Zustimmung von Regimechef Modschtaba Khamenei nur noch Formsache. In den USA hat Trump das letzte Wort.

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