Politik Trump droht Nordkorea mit Militäreinsatz

Lässt sich auch von den Mahnungen anderer Staatschefs nicht von seinem Kurs gegen Südkorea abbringen: Donald Trump.
Lässt sich auch von den Mahnungen anderer Staatschefs nicht von seinem Kurs gegen Südkorea abbringen: Donald Trump.

«Washington.» Die militärischen Lösungen seien „komplett vorbereitet und einsatzbereit“ („locked and loaded“) für den Fall, dass die Führung in Pjöngjang unklug handeln sollte, erklärte Donald Trump gestern über den Kurznachrichtendienst Twitter. Er verglich die Einsatzbereitschaft der USA in seinem Tweet mit einer Waffe, die „geladen und entsichert“ sei. An seinem Urlaubsort in Bedminster (New Jersey) fügte Trump gestern während einer Golfpartie eine weitere Drohung hinzu: „Sollte er (Nordkoreas Diktator Kim Jong Un) irgendetwas mit Guam machen oder mit einem anderen Ort auf amerikanischem Territorium oder mit einem amerikanischen Verbündeten, dann wird er das bereuen, und zwar schnell.“ Bundeskanzlerin Angela Merkel setzte sich deutlich von Trump ab und warnte, dass die Eskalation der Sprache nicht zu einer Lösung des Konflikts beitragen werde. Der US-Präsident reagierte prompt und sagte: „Lasst sie für Deutschland sprechen“, sagte er. „Möglicherweise hat sie sich auf Deutschland bezogen. Sie hat sich sicherlich nicht auf die Vereinigten Staaten bezogen“. Russlands Außenminister Sergej Lawrow nannte die Wortwahl in Washington und Pjöngjang übertrieben. Er kündigte einen chinesisch-russischen Vermittlungsversuch an. Dieser sehe vor, dass Nordkorea seine Raketentests einstellen und die USA sowie Südkorea ihrerseits auf große Militärmanöver verzichten müssten. Dennoch bestätigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Washington kurz nach Lawrows Angebot, dass das nächste US-Manöver gemeinsam mit südkoreanischen Truppen wie geplant am 21. August beginnen werde. Bereits am Donnerstag hatten die USA und Japan ein auf 18 Tage angelegtes Manöver auf der nordjapanischen Insel Hokkaido begonnen, zu dem auch Raketenübungen gehören. Parallel zu dieser verbalen Aufrüstung gibt es aber offenbar auch Bemühungen, die Krise friedlich beizulegen. „Die US-Bemühungen sind von der Diplomatie getrieben. Sie zeitigen diplomatische Ergebnisse“, sagte Verteidigungsminister James Mattis am späten Donnerstagabend. Zudem bestehen offenbar seit Monaten informelle diplomatische Kontakte zwischen den beiden Ländern. Nachrichtenagenturen zufolge läuft der Dialog über den US-Gesandten für die Nordkoreapolitik, Joseph Yun, und Pak Song Il, einen nordkoreanischen Diplomaten bei den Vereinten Nationen (UN). Hintergrund Seite 3

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