Politik Tausendjähriger Trump

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Noch bevor er das Abschlussgebet sprach, um der Botschaft der USA in Jerusalem Segen zu spenden, gab John C. Hagee schon einmal Donald J. Trump seinen Segen. „An Ihren Namen wird man sich noch in tausend Jahren erinnern“, schmeichelte der Pfarrer im Interview mit dem rechtspopulistischen Nachrichtenportal Breitbart News. „Sie haben die politische Unsterblichkeit erreicht, denn Sie hatten die Courage, das zu tun, was sich andere Präsidenten nicht getraut haben.“ Dieser Mut unter Feuer werde Trump in die Geschichtsbücher eingehen lassen. Hagee ist Prediger einer protestantischen Megakirche, der Cornerstone Church im texanischen San Antonio. Als Gründer der Organisation „Vereinigte Christen für Israel“, mit über zwei Millionen Mitgliedern ein nicht zu unterschätzender Faktor, rührte er schon die Trommel für den Botschaftsumzug von Tel Aviv nach Jerusalem, als noch keiner mit einem Präsidenten Trump rechnete. Auch um sich Hagees Rückendeckung zu sichern, versprach Trump im Wahlkampf, Jerusalem noch vor einer Friedensregelung als Hauptstadt Israels anzuerkennen. Überhaupt fuhr er damit ein wichtiges Manöver, um evangelikale Christen für sich einzunehmen. Die hatten den in dritter Ehe verheirateten Immobilienunternehmer aus New York zunächst skeptisch beäugt, sich dann aber mit großer Mehrheit hinter ihn gestellt. Rund 80 Prozent der weißen evangelikalen Wähler entschieden sich für den republikanischen Kandidaten, der nun mit dem Botschaftsumzug ein Versprechen einlöst, das auf ihrer Agenda weit oben rangiert. Während amerikanische Juden in einer vor wenigen Monaten veröffentlichten Umfrage sich mit 68-Prozent-Mehrheit dagegen aussprachen, die diplomatische Vertretung der USA schon jetzt nach Jerusalem zu verlegen, sind die Evangelikalen, kann man sagen, die treibende Kraft der provokanten Symbolpolitik. Allerdings hat Hagee, ein Fernsehprediger mit angenehmer Baritonstimme, dessen Einfluss weit über San Antonio hinausreicht, Bibelzitate über das Gelobte Land derart bizarr interpretiert, dass es Stürme der Entrüstung auslöste. Ende der 90er Jahre verstieg er sich zu der Behauptung, Gott habe den Holocaust geschehen lassen, „weil Gott sagte, es ist meine höchste Priorität für das jüdische Volk, dass es heimkehrt in das Land Israel“. Hitler, so Hagee, habe die Juden in göttlichem Auftrag nach Palästina vertrieben.

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