Politik RHEINPFALZ Plus Artikel Syrien: Israelischer Militärschlag gegen iranische „Killerdrohnen“

Lobte die Operation der Luftwaffe: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. Foto: dpa
Lobte die Operation der Luftwaffe: Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu.

Israel hat die Verantwortung für Angriffe auf militärische Ziele südlich der syrischen Hauptstadt Damaskus übernommen.

Von Susanne Knaul, Jerusalem

Militärsprecher Jonathan Conricus bestätigte am Sonntag, dass die Angriffe der israelischen Luftwaffe am Vortag gegen die Al-Kuds-Einheit der in Syrien stationierten iranischen Revolutionsgarden gerichtet waren. Ziel sei gewesen, der unmittelbaren Bedrohung durch iranische „Killerdrohnen“ zu begegnen. Regierungschef Benjamin Netanyahu lobte die Operation der Luftwaffe, die „einen Angriff der iranischen Al-Kuds-Einheit und schiitischen Milizen verhindert“ habe. Aktivisten zufolge wurden bei den Angriffen mindestens fünf regierungstreue Kämpfer getötet

Im Süden Beiruts sollen zudem zwei israelische Drohnen abgestürzt und explodiert sein, wie die Hisbollah mitteilte. Die israelische Armee kommentierte den Vorfall nicht. Fotos vom Absturzort der beiden unbemannten Flugzeuge zeigten hingegen, so berichtete das israelische Nachrichtenportal ynet, dass „die Drohnen in Iran hergestellt wurden“, nicht in Israel.

„Wenn sich jemand erhebt, um dich zu töten, töte ihn zuerst.“

Iran und seine Handlanger, wie die Hisbollah, gelten in Israel als gefährlichster Feind. Aktuell geht es der Regierung in Jerusalem darum, eine dauerhafte Stationierung iranischer Militärs in Syrien zu verhindern. Iranische Truppen kämpften Seite an Seite mit russischen Truppen und der syrischen Armee gegen die Rebellen. Netanyahu hofft bislang vergebens auf Russlands Einfluss in Syrien. Parallel zu diplomatischen Anstrengungen setzt man auf die Armee. Israel werde die „iranische Aggression“ überall bekämpfen, twitterte Netanyahu am Sonntag. „Wenn sich jemand erhebt, um dich zu töten, töte ihn zuerst.“ Drei Wochen vor den Parlamentswahlen Mitte September festigt Netanyahu sein Image als „Mr. Security“.

Die iranischen Revolutionsgarden stritten ab, angegriffen worden zu sein. Die Berichte seien „eine Lüge und unwahr“, zitierte die iranische Nachrichtenagentur Mohsen Rezaei einen iranischen Kommandanten. Die iranischen „Zentren“ hätten keinerlei Schaden genommen.

Für Israels Armee gilt infolge der Angriffe auf die iranischen Revolutionsgarden und möglicher Vergeltungsschläge erhöhter Alarm. Im Norden wurden mehrere Raketenabwehrsysteme in Betrieb genommen. Israel ist entschlossen, die Revolutionsgarden auch mit militärischen Mitteln zu vertreiben, sollten diplomatische Bemühungen im Sande verlaufen. Analysten rechnen mit einer möglichen weiteren Eskalation. Nahost-Analyst Avi Issacharoff schrieb am Sonntag in der „Times of Israel“: „Mehr als einmal hat Israel gezeigt, dass es in der Lage ist, dominierende schiitisch-iranische Persönlichkeiten zu eliminieren.“ Für eine gezielte Tötung käme General Kassem Soleimani in Frage, der Chef der Auslandseinheiten der Revolutionswächter, schreibt Issacharoff.

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