Meinung
Syrien – ein Pulverfass
Die neuen Gefechte zwischen amerikanischen Truppen und iranischen Milizen in Syrien sind mehr als nur Scharmützel in einem Bürgerkriegsland, in dem ausländische Staaten um Macht und Einfluss kämpfen. Die US-Regierung versucht, die Zusammenstöße herunterzuspielen. Das ist ein Hinweis darauf, wie ernst die Lage in der Region ist. Auch die israelische Luftwaffe greift immer wieder iranische Ziele in Syrien an.
Iran lehnt Kompromisse ab
Die Kämpfe im Pulverfass Syrien könnten schnell eskalieren: Das iranische Regime ist entschlossen, seine Präsenz dort weiter zu stärken und die Amerikaner aus dem Land zu drängen. Die USA und Israel sind ebenso entschlossen, die Iraner aufzuhalten. So könnte eine verhängnisvolle Spirale in Gang kommen. Die Kämpfe in Syrien, die immer höhere Urananreicherung in iranischen Atomanlagen und die Unterbrechung der Wiener Verhandlungen über das iranische Atomprogramm bilden eine Kette, die zu noch mehr Gewalt führen kann. Die Führung in Teheran steht wegen der landesweiten Proteste unter Druck und lehnt Kompromisse bisher ab.
Israel hat klargestellt, dass es die Entwicklung einer iranischen Atombombe notfalls militärisch verhindern wird. Noch sind die USA als Schutzmacht Israels dagegen. Aber das kann sich ändern, wenn der Iran sein Atomprogramm ohne wirksame Kontrollen vorantreibt und in Syrien seine Angriffe verstärkt.