Politik Syrien: Ein Gipfel als letzte Chance für Idlib

Dieser Junge testet in Idlib eine improvisierte Gasmaske für den Fall eines syrischen Giftgasangriffs.
Dieser Junge testet in Idlib eine improvisierte Gasmaske für den Fall eines syrischen Giftgasangriffs.

Ein Gipfeltreffen der Präsidenten von Russland, Iran und der Türkei heute in Teheran gilt als letzte Chance, um ein katastrophales Blutvergießen in der syrischen Provinz Idlib zu verhindern.

Russland

, Iran und die syrische Regierung wollen die Rebellen-Hochburg einnehmen und damit den Sieg von Präsident Baschar al-Assad im mehr als siebenjährigen Bürgerkrieg besiegeln. In der Provinz leben drei Millionen Menschen, viele von ihnen sind Flüchtlinge aus anderen Landesteilen Syriens, für die es keine andere Zuflucht innerhalb der Landesgrenzen mehr gibt. Zudem haben sich in Idlib Zehntausende militante Assad-Gegner gesammelt. Zu ihnen gehört die Al-Qaida-nahe Miliz HTS, die weite Teile von Idlib beherrscht. Auch harren in der Gegend laut Medienberichten radikal-islamische Kämpfer aus Tschetschenien und anderen Teilen Russlands und der früheren Sowjetunion aus. Kurz vor seinem heutigen Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem iranischen Staatschef Hasan Ruhani warnte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, in Idlib drohe ein „Massaker“, das Hunderttausende Syrer – und gewaltbereite Extremisten – über die Grenze in die Türkei treiben könnte. Die türkische Armee hat deshalb Panzerverbände in die Grenzregion geschickt. Erdogans Ansatzpunkt ist der sogenannte Astana-Prozess, in dem die Türkei, Russland und Iran gemeinsam über Gespräche zwischen der syrischen Regierung und Oppositionsvertretern wachen. Russland will in den Verhandlungen eine Nachkriegsordnung durchsetzen, bei der Assad im Präsidentenamt bleibt. Die Türkei droht jedoch mit dem Rückzug aus dem Prozess, wenn es einen Großangriff auf Idlib gibt. Ohne Ankara als Garantiemacht würden sich die meisten Oppositionellen aus den Gesprächen zurückziehen: Russlands Strategie für die Nachkriegszeit in Syrien wäre gescheitert.

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