Politik Saarländer wird Generalinspekteur
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen macht Eberhard Zorn zum ranghöchsten Soldaten der Bundeswehr. Die CDU-Politikerin verliert gleichzeitig mit Staatssekretärin Katrin Suder eine enge Vertraute.
Mehr als acht Jahre lang war Volker Wieker Generalinspekteur der Bundeswehr – niemand hat dieses Amt länger begleitet als der 64-jährige Heeresgeneral. Am 18. April soll er mit einem Großen Zapfenstreich in den Ruhestand verabschiedet werden. Am 1. Mai übernimmt dann nach dem Willen von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen der Saarländer Eberhard Zorn den Posten. Der 58 Jahre alte Generalleutnant hat seine Karriere vor 40 Jahren in der Artillerieschule in Idar-Oberstein begonnen und ist erst im August zum Personalchef der Armee ernannt worden. Von der Leyen sagte, Zorn stehe mit seiner Vita „für unser Ziel einer Armee der Europäer“. Der Heeresgeneral hat in einer früheren Verwendung eine niederländische Brigade in seinen Verband integriert und neben der deutschen auch die französische Generalstabsausbildung absolviert. Offiziell bestätigt wurde gestern, dass Staatssekretärin Katrin Suder aus dem Ministerium ausscheidet. Von der Leyen hatte die gebürtige Mainzerin 2014 von der Unternehmensberatung McKinsey geholt und mit der Reform der Rüstungsbeschaffung beauftragt. Hintergrund waren mehrere Rüstungsprojekte, die teurer wurden als geplant und/oder viel später fertig wurden. Suder, die laut Ministerium eine Zeit lang „andere Lebensprioritäten setzen“ will, galt als enge Vertraute ihre Chefin. Von der Leyen verabschiedete die Mutter dreier Kinder auch äußerst überschwänglich: Sie werde die 46-Jährige „sehr vermissen“ und bedanke sich „von ganzem Herzen für die großartige Arbeit “. Die Marschrichtung in Sachen Rüstung will die Ministerin beibehalten. Sie machte Generalleutnant Benedikt Zimmer, bisher faktisch Suders Stellvertreter, zum Nachfolger. Von der Leyen besetzte auch zahlreiche weitere Spitzenposten in der Bundeswehr neu – mehr als allgemein erwartet worden war. Von den Veränderungen sind sowohl Heer als auch Luftwaffe, Sanitätsdienst und das für Ausrüstung zuständige Bundesamt betroffen. Ins Auge sticht dabei die Verabschiedung des bisherigen Luftwaffeninspekteurs Karl Müllner in den Ruhestand. Zwar ist das auf den ersten Blick nicht ungewöhnlich, da der Generalleutnant bereits 62 Jahr alt ist. Jedoch galt Müllner auch als Kritiker von der Leyens. Besonders deutlich wurde das Ende vergangenen Jahres, als Müllner öffentlich eine Präferenz für die US-amerikanischen F-35-Flugzeuge als Nachfolger für die Tornado-Kampfjets erkennen ließ. Das Verteidigungsministerium hingegen will die Tornados durch Eurofighter ersetzen. Kommentar