Geschichte RHEINPFALZ Plus Artikel Rumäniens Angst vor einem „neuen Jalta“

Churchill, Roosevelt und Stalin sind in Jalta, auf der von Russland okkupierten Krim, präsent.
Churchill, Roosevelt und Stalin sind in Jalta, auf der von Russland okkupierten Krim, präsent.

Wollen Trump und Putin Europa unter sich aufteilen? In Osteuropa ist man alarmiert.

Fast genau 80 Jahre ist es her, da trafen sich auf der Halbinsel Krim – in Jalta – US-Präsident Franklin D. Roosevelt, der sowjetische Diktator Joseph Stalin und der britische Premier Winston Churchill, um zu besprechen, wie es weitergehen sollte, sobald Hitler-Deutschland endlich besiegt sei. Bis dahin dauerte es, das wissen wir heute, noch fast ein Vierteljahr. Dennoch teilten die drei „Großen“ im Februar 1945 die Welt schon einmal in Einflusszonen auf, legten eine Nachkriegsordnung für Europa fest, die in groben Zügen so bis 1989 bestehen bleiben sollte. Denn letztlich führten die Beschlüsse von Jalta auch zur Teilung Deutschlands und Europas.

Acht Jahrzehnte später verunsichern nun die aktuelle Politik von US-Präsident Donald Trump gegenüber der von Russland überfallenen Ukraine und seine drohende Abkehr vom transatlantischen Bündnis die Menschen in mittel- und südosteuropäischen Staaten – also jenen Ländern, die einst im sowjetischen Einflussbereich lagen. Angst macht sich hier breit, Russland erneut ausgeliefert zu werden.

„Verrat“ an der Ukraine

Alarmstufe rot herrscht daher in Rumänien. Laut dem Chef der rumänischen Präsidialkanzlei, Cristian Diaconescu, hat Russland den USA bei dem kürzlichen Außenminister-Treffen beider Länder in Saudi-Arabien ein „neues Jalta“ – also ein Aufteilen Europas in Einflusssphären – und den Abzug der US-Truppen aus Rumänien vorgeschlagen. Das Treffen von Riad sei ein „Verrat“ an der Ukraine und an westlichen Werten, ist aus Rumänien zu hören.

Rumänien fühlt sich zunehmend als Frontstaat. Das Land hat eine Grenze zur angegriffenen Ukraine. Immer wieder überfliegen russische Drohnen rumänisches Staatsgebiet. Und jetzt wirft die US-Regierung Rumänien vor, ein undemokratisches Land zu sein. Auf der Münchener Sicherheitskonferenz nannte US-Vizepräsident J.D. Vance den Grund: Die Präsidentschaftswahl vom November 2024 war vom Verfassungsgericht annulliert worden. Der rechtsextreme und prorussische Präsidentschaftskandidat Calin Georgescu hatte sie zwar gewonnen, sie muss jedoch wiederholt werden, weil dem Sieger illegale Wahlkampffinanzierung nachgewiesen wurde. Zudem besteht der begründete Verdacht, dass Russland die Wahl zu Georgescus Gunsten beeinflusst hat.

Georgescu will Ukraine zerschlagen

Trumps Vertrauter, der Tech-Milliardär Elon Musk, hat sich unterdessen als glühender Fan Georgescus geoutet – des Politikers, der eine Zerschlagung der Ukraine und ihre Aufteilung an Russland, Ungarn und Rumänien anstrebt.

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