Coronavirus RHEINPFALZ Plus Artikel Rückkehrer müssen ab Samstag zum Test

Ein Heimkehrer vor dem Corona-Test.
Ein Heimkehrer vor dem Corona-Test.

Wer aus einem Risikogebiet einreist, konnte sich bisher am Flughafen freiwillig auf das Coronavirus testen lassen. Daraus wird nun eine Pflicht. Unterdessen steigt die Zahl der Infizierten stetig an. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist besorgt.

Spahn sagte am Donnerstag, ihm sei bewusst, dass die Testpflicht ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte der Bürger darstelle. Es sei aber ein zumutbarer Eingriff, um die Verbreitung des Coronavirus zu begrenzen. Aus Freiheit ergebe sich auch die Verpflichtung, sich gegenseitig zu schützen. Der Minister sagte ferner, wer sich den Tests verweigere, könne mit einem Bußgeld von bis zu 25.000 Euro belegt werden.

Zwar konnte Spahn keine präzise Zahl nennen, wie viel Prozent der Einreisenden bisher positiv getestet wurden. Die Zahl schwanke zwischen einem und zwei Prozent. Gleichwohl sei klar: Die meisten Neu-Infektionen fänden nach wie vor im Inland statt. Zuletzt seien viele kleinere Corona-Ausbrüche beobachtet worden – beispielsweise nach Familienfeiern, nach religiösen Veranstaltungen, in Gemeinschaftsunterkünften oder am Arbeitsplatz.

1045 Neuinfektionen am Tag

Das Robert-Koch-Institut in Berlin hat am Donnerstag erstmals seit dem 7. Mai wieder mehr als 1000 Neuinfektionen am Tag gemeldet. Den Angaben zufolge hat es 1045 laborbestätigte Fälle gegeben. Der Minister mahnte: „Die Pandemie ist noch nicht vorbei.“

Spahn sagte ferner, die örtlichen Gesundheitsämter könnten zwar mit der Lage umgehen. Es sei dennoch besorgniserregend, dass die Infiziertenzahlen wieder stiegen. In der Bevölkerung mache sich nach Monaten der Einschränkungen Ermüdung breit.

Zugleich räumte der Minister ein: Ein Grund für die gestiegene Zahl der laborbestätigten Fälle könnte mit der Tatsache zusammenhängen, dass inzwischen mehr getestet werde. Befragt, welche Einschränkungen es bei einer zweiten Corona-Welle geben werde, sagte der CDU-Politiker, das Augenmerk müsse dann eher auf Beschränkungen bei Veranstaltungen liegen statt auf der Schließung von Geschäften.

Corona-Ausbruch in österreichischem Ferienort

In Österreich sind nach einem Corona-Ausbruch im Ferienort St. Wolfgang bislang wohl 107 Menschen erkrankt. Das ergab eine Analyse der österreichischen Gesundheitsbehörden, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Dabei handelt es sich um Mitarbeiter und Anwohner, aber auch um österreichische Touristen.

Nach den heftigen politischen Reaktionen auf die Demonstrationen gegen Corona-Beschränkungen am vergangenen Samstag in Berlin hat das Robert Koch-Institut erklärt, es habe keine Erkenntnisse darüber, wie sich Kundgebungen mit vielen Tausend Teilnehmern auf das Infektionsgeschehen auswirkten. Nach Recherchen der RHEINPFALZ haben sich die bundesweiten Demonstrationen am 16. Mai nicht auf die offiziellen Neuinfektionszahlen ausgewirkt.

Kommentar: Ein Lob auf die Gesundheitsminister

Wie sich Demos auf die Infektionszahlen auswirken

x