Meinung
Ein Lob in Corona-Zeiten auf die Gesundheitsminister
„Zweite Welle“, „Dauerwelle“, „Neuer Lockdown“: Angesichts des aktuellen und für viele beängstigenden Begriff-Wirrwarrs zur Beschreibung der Lage an der Corona-Front handelt Jens Spahn genau richtig. Der Bundesgesundheitsminister beschönigt nichts – unterlässt aber zugleich jede Dramatisierung. Der CDU-Politiker stützt sich auf Fakten.
Die besagen, dass es zuletzt in Deutschland mehr Neuinfektionen gab. Wie sollte es auch anders sein? Wenn mehr getestet wird – und das war in den vergangenen Wochen so – werden auch mehr Infizierte entdeckt. Und Stand heute sind die Gesundheitsämter trotz des Plus’ in der Lage, die Infektionsketten aufzuspüren und zu brechen.
Der Vorwurf geht ins Leere
Natürlich wäre es Unfug, deshalb die Hände in den Schoß zu legen. Ein weiterer Anstieg – das sagt Spahn genauso klar – muss verhindert werden. Was wiederum nur geht, wenn jeder weiter die Vorsorge-Regeln beachtet. Dazu gehört, dass Menschen, die aus einem Gebiet mit vielen Corona-Fällen heimkehren, in Quarantäne gehen müssen, sofern sie kein negatives Testergebnis haben. Daran ändert die neue Testpflicht kein Jota. Im Kern erinnert sie nur jeden an die Quarantäne-Bestimmung, die seit langem gilt.
Deshalb geht der Vorwurf, die Gesundheitsminister von Bund und Länder hätten die Urlaubszeit verpennt, ins Leere. Alles in allem agieren sie solide-unaufgeregt. Und damit machen sie ihre Sache angesichts eines bis dato ungekannten Erregers und einer Pandemie beispiellosen Ausmaßes richtig gut.
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