Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Putin darf sich über die Europäer freuen

Sondertreffen der EU-Energieminister: Auch der Deutsche Robert Habeck (links) ist mit von der Partie.
Sondertreffen der EU-Energieminister: Auch der Deutsche Robert Habeck (links) ist mit von der Partie.

In der EU zeigen sich erste Risse. Dabei ist im Kampf gegen Russland Solidarität wichtiger als je zuvor.

Die Europäische Union hat sich mit dem Gas-Notfallplan nicht mit Ruhm bekleckert. Die Regelung hat unzählige Schlupflöcher, und von der vielbeschworenen Solidarität zwischen den Mitgliedsländern ist wenig zu sehen. Der Krieg in der Ukraine scheint seinen ersten Schrecken verloren zu haben, nun bricht sich wieder der in der EU leider weit verbreitete Egoismus Bahn.

Manche Regierungen nutzen die Gelegenheit auch zu einer Art Abrechnung. So lehnt Polen den Gas-Notfallplan ab – und bei dieser Haltung schwingt auch eine gehörige Portion Groll gegenüber dem mächtigen Nachbarn Deutschland mit. Warschau wirft Berlin vor, seine wirtschaftliche Position mit Hilfe der russischen Rohstoffe ausgebaut zu haben.

Weitere Nadelstiche absehbar

Der russische Präsident Wladimir Putin dürfte das Brüsseler Schauspiel mit großer Genugtuung zur Kenntnis nehmen. Je näher der Winter rückt, desto gezielter wird der Kremlherrscher mit dem Einschränken der Energielieferungen seine Nadelstiche setzen. Die EU-Staaten aber müssen endlich verstehen, dass sie nur gemeinsam eine Chance haben, diesem wachsenden Druck standzuhalten.

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