Afghanistan
Neustart via Ramstein
Auf dem Areal hinter dem Rollfeld der Airbase Ramstein herrscht am Freitag gegen 21 Uhr angespannte Ruhe. Eine große Anzahl Militärangehöriger steht bereit, um die Evakuierten in Empfang zu nehmen. Sie sollen mit mehreren Bussen vom Rollfeld in den Ankunftsbereich gebracht werden. Inzwischen wird es dunkel, und der Platz, auf dem eine Zeltstraße aufgebaut ist, durch die Ankömmlinge später durchgeschleust werden, wird mit Scheinwerfern beleuchtet. Dixi-Klos und große Stapel mit Wasserflaschen stehen bereit. Auch ein Rettungsfahrzeug hat in unmittelbarer Nähe geparkt.
Safety first
„Sicherheit, Wasser, Essen und Hygiene“ – das sei erstmal das Wichtigste für die ankommenden Menschen, sagt Brigade General Joshua M. Olson, Commander des 86th Airlift Wing der Airbase Ramstein am Freitagabend in die Mikrofone der Handvoll Journalisten, die auf das Gelände dürfen.
„Für uns ein sehr schöner Moment“
Kurz nach 20 Uhr sind in Ramstein in kurzem Abstand drei Maschinen mit insgesamt etwa 375 Menschen an Bord gelandet (die RHEINPFALZ berichtete): Zwei US-Flugzeuge und eine britische Maschine. Sie sind nach einem Zwischenstopp in Katar aus Kabul gekommen. Auf dem sechsstündigen Flug habe es immer wieder medizinische Probleme gegeben, erklärt Presseoffizierin Shelby Chapman. Doch hätten die Menschen sehr erleichtert gewirkt. „Mehrere Kinder haben uns von den Bussen aus zugewinkt. Das war für uns ein sehr schöner Moment“, sagt die Presseoffizierin.
Bis zu 500 Evakuierte landen in Nacht 1
Zwei der insgesamt vier erwarteten Busse fahren gegen 21.15 Uhr mit blinkenden Warnlichtern vor. Amerikanische Staatsangehörige, aber auch viele afghanische Familien klettern nun langsam aus den Bussen. Etliche Kleinkinder und Babys sind dabei, auf den Armen ihrer Eltern. Manche der Ankömmlinge tragen kleine Reisetaschen, andere haben nur eine Plastiktüte bei sich. Die Militäranghörigen helfen beim Aussteigen, reichen Wasserflaschen und Masken und begleiten Hilfsbedürftige zum Gesundheitscheck. Danach führe ihr Weg in ein weiteres Zelt, wo Pässe und Papiere geprüft werden, erklärt Chapman, wie es für die Ankömmlinge weitergeht. Später gibt es ein warmes Essen, kulturelle und religiöse Belange würden dabei berücksichtigt.
Etwa 400 bis 500 Evakuierte insgesamt erwarte man in dieser Nacht, sagt Commander Olson am Freitagabend. Diese würden nach ein paar Tagen Aufenthalt auf der Base weiter in die USA geflogen. Er lobt die Zusammenarbeit mit dem Kreis und der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach sowie dem Technischen Hilfswerk, die bei der Versorgung der Menschen helfen. Rund 10.000 Menschen könne man auf der Airbase aufnehmen, konkret stünden derzeit 5000 Betten für die Evakuierten bereit.
