Meinung
Neue Impf-Reihenfolge: Zweischneidige Sache
Die Veränderung der Impf-Priorisierung ist ein Paradigmenwechsel. Erstmals wird hier nicht nach wissenschaftlich-ethischen Maßstäben geurteilt, sondern nach pragmatischen Gesichtspunkten. War die Impf-Priorität von Lehrern und Erziehern zunächst deutlich hinter der von Polizisten und Ordnungskräften angesiedelt, sorgen jetzt die Fokussierung auf die Bildung der Kinder und die Aussicht auf ein großes Angebot an Impfstoffen für eine veränderte Betrachtung. Die Politik wird sich damit über die Meinung der mit Wissenschaftlern besetzten Impfkommission hinwegsetzen, für die vor allem das Alter und die Vorerkrankung für die Priorisierung maßgeblich sind.
Andere sind auch gefährdet
Gleichwohl ist es eine richtige Entscheidung, dass Lehrer und Erzieher schneller an die Reihe kommen sollen. Sie werden jetzt in Schule und Kita gebraucht. Umso schwieriger dürfte es sein, andere mit dem gleichen Wunsch abzuweisen. So könnten die Supermarktkassiererinnen mit gutem Recht behaupten, dass nur wenige Menschen so viele riskante Kontakte haben wie sie. Trotzdem dauert es noch lange, bis diese Gruppe dran ist. Aber was wären wir ohne sie?