Politik Nazi-Vorwürfe: Spezialtruppe KSK unter Verdacht

«Tübingen.» Staatsanwaltschaft und Bundeswehr ermitteln wegen Nazi-Vorwürfen gegen die Elitetruppe KSK.
Bei der Abschiedsfeier für einen Kompaniechef des geheim operierenden Kommandos Spezialkräfte im April soll es einem Medienbericht zufolge auf einer Schießanlage nahe Stuttgart zu bizarren Spielen wie Schweinskopf-Werfen gekommen sein, bei denen auch der Hitlergruß gezeigt und rechtsextremistische Musik gehört worden sein soll. Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels zeigte sich besorgt. „Wenn das so ist, ist das wirklich ein Problem für das KSK“, sagte er. „Das Zeigen des Hitlergrußes ist keine Geschmacksfrage.“ Der Bericht von „Y-Kollektiv“ (Radio Bremen) und NDR-„Panorama“ stützt sich auf Angaben einer Augenzeugin: Ein befreundeter Soldat habe sie zu der Feier eingeladen, die als „römisch-mittelalterliches Spiel“ inszeniert wurde. Sie selbst sei der „Hauptpreis“ für den Kompaniechef am Ende eines Aufgaben-Parcours gewesen – damit sei Sex gemeint. „Spiegel Online“ berichtete, Soldaten hätten ausgesagt, es sei nie der Hitlergruß gezeigt worden. Vielmehr habe man sich entsprechend dem Motto der Party mit „Ave Cäsar“-Gesten begrüßt. Das Kommando Spezialkräfte ist 1996 vor allem für die Befreiung und Evakuierung deutscher Geiseln in Krisengebieten gegründet worden und operiert stets geheim. Das KSK war unter anderem in Afghanistan und auf dem Balkan im Einsatz.