Bundeswehr Militärischer Katastrophenalarm ausgelöst
„Das bedeutet, dass die Entscheidungsinstanzen weit nach vorn, nämlich genau dorthin verrückt werden, wo sie gebraucht werden. Als Beispiel kann jetzt eine Verbandsführerin vor Ort entscheiden, ob der Bergepanzer, ob der militärische Lkw, ob das Stromaggregat bereitgestellt wird, wenn es denn verfügbar wird“, sagte der Offizier. „Ich denke, bei solchen Lagen ist Dezentralität ganz wichtig und auch für den Erfolg der Maßnahmen ganz ausschlaggebend.“Nach Angaben der Streitkräftebasis der Bundeswehr helfen rund 900 Soldatinnen und Soldaten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Zum Einsatz kommen etwa Hubschrauber, Räumpanzer, Krankenwagen, Boote, Truppentransport-Panzer und eine Fähre.
Im Raum Bitburg etwa unterstützt die Bundeswehr die Bewohner mit Sanitätskräften und „helfenden Händen“. In der besonders stark betroffenen Region Ahrweiler wurden Menschen per Hubschrauber von Hausdächern gerettet. Auch Fahrzeuge, die durch hohes Wasser fahren können, kommen zum Einsatz. In Cochem/Mosel unterstützen Kräfte der Bundeswehr beim Errichten von Hochwasserschilden.
„Helfen, so lange es nötig ist“
„Die Bundeswehr ist an der Seite der Deutschen, wenn sie uns brauchen“, erklärte Generalleutnant Martin Schelleis, Inspekteur der Streitkräftebasis. Man werde den Menschen helfen, „so lange es nötig ist“.
Der Sprecher des Verteidigungsministeriums betonte: „Die Bundeswehr steht natürlich an der Seite der anderen Helfer, ob das THW, Feuerwehr, Polizei und andere sind.“ Bundesweit seien alle Kräfte angewiesen, nötiges Großgerät verfügbar zu machen.
Das Verteidigungsministerium hatte zuvor die von der Unwetterkatastrophe betroffenen Regionen auf die Möglichkeit militärischer Hilfe hingewiesen. Diese könne einfach beantragt werden, schrieb das Ministerium am Freitag auf Twitter und hängte ein Formular an. Der Bund hat im Katastrophenschutz in Friedenszeiten keine unmittelbaren Zuständigkeiten, kann aber auf Anforderung der Länder mit Einsatzkräften und Material helfen.