Politik
Kuwait: Bangen um Emir Sabagh

Er ist einer der wichtigsten Vermittler in der arabischen Welt: Ausgerechnet vor einem geplanten Treffen mit US-Präsident Donald Trump ist der 90-jährige Emir von Kuwait offenbar schwer erkrankt.
An diesem Donnerstag wurde Scheich Sabah al-Ahmad al-Sabah im Weißen Haus erwartet. Der Emir von Kuwait hatte einen Termin mit US-Präsident Donald Trump, bei dem es um das Zerwürfnis zwischen Saudi-Arabien und Katar gehen sollte. Die Vorzeichen waren vielversprechend. Nach mehr als zwei Jahren Eiszeit zwischen Riad und Doha gab es in jüngster Zeit neue Bewegung in dem Streit, der die wichtigsten Partner der USA auf der Arabischen Halbinsel lähmt.
Scheich Sabah gilt als inoffizieller Chef-Vermittler der arabischen Staaten. Als langjähriger Außenminister seines Landes verfügt Scheich Sabah über diplomatische Erfahrungen, die bis in die 1960er Jahre zurückreichen. Doch nun musste der 90-Jährige in ein US-Krankenhaus eingeliefert werden. Sein Termin soll nachgeholt werden, aber wann ist nun völlig unklar. Dabei drängt die Zeit. Die Saudis suchen einen Ausweg angesichts der Rückschläge im Krieg gegen die Huthi-Rebellen in Jemen, die von Iran unterstützt werden.
Streit wegen der Muslimbrüder
Iran wiederum hat gute Beziehungen zu Katar. Hintergrund des Zwistes mit Doha ist aber ein anderer Streit: Riad sowie die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Bahrain und Ägypten werfen Katar eine Unterstützung der islamistischen Muslimbrüder vor. Doha mischt über diese ursprünglich in Ägypten gegründete Bewegung in Libyen, im Gazastreifen sowie in Syrien mit. Vor zwei Jahren schlossen die vier arabischen Länder deshalb die Grenzen zu Katar, um das kleine, aber reiche Emirat zum Einlenken zu zwingen. Katar konnte die Isolierung aber mit Hilfe der Türkei und Irans durchbrechen – die saudisch geführte Blockade scheiterte.