Politik Kommentar: Zäh wie Schulz

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Der Frust über die Oppositionsrolle wird kommen in der SPD.

Gerade deshalb kann Martin Schulz der richtige Parteichef sein.

Es ist viel geredet worden über die SPD und ihren Vorsitzenden Martin Schulz in den beiden Wochen seit der aus sozialdemokratischer Sicht gründlich vergeigten Bundestagswahl. Als dann auch noch offenbar wurde, wie der Kandidat schon während des Wahlkampfs daran zweifelte, ob er überhaupt den Hauch einer Chance hätte, war der Spekulation Tür und Tor geöffnet: Ob der erst im März an die Spitze der Partei gewählte Schulz noch vor dem ordentlichen Parteitag Anfang Dezember hinwerfen würde. Nun sind in der SPD schon Vorsitzende aus nichtigeren Anlässen zurückgetreten. Man muss sich also über das Gerede nicht wundern. Nur – was würde sich mit einem neuen Parteichef bessern? Die SPD muss sich mit der Oppositionsrolle arrangieren. Der Frust darüber wird nach einiger Zeit laut werden, da hat Schulz’ Vorgänger Sigmar Gabriel sicher recht. Aber wer könnte den notwendigen Prozess der Neuorientierung unbelasteter beginnen als ein Parteichef wie Schulz, der erst kam, als der Niedergang der Sozialdemokraten längst im Gange war? Ein 100-Prozent-Ergebnis wie im März wird Schulz nicht mehr bekommen. Davon muss er sich aber nicht entmutigen lassen. Die SPD braucht jetzt einen, der zäh ist und ackert. Dazu nimmt Schulz sich besser nicht die SPD-Ikone Willy Brandt zum Vorbild, dessen Todestag sich gestern zum 25. Mal jährte, sondern jemanden wie Hans-Jochen Vogel, der die Partei in den 80er Jahren führte. In Zeiten also, die schwer waren für die SPD. So wie jetzt.

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