Politik Kommentar: Wir gegen die anderen

Donald Trump macht mit seiner Hetze gegen Menschen mit ausländischen Wurzeln Hass und Gewalt gesellschaftsfähig.  Foto: dpa
Donald Trump macht mit seiner Hetze gegen Menschen mit ausländischen Wurzeln Hass und Gewalt gesellschaftsfähig.

Donald Trumps Hetze gegen Kongressabgeordnete mit ausländischen Wurzeln ist brandgefährlich, denn sie lässt Hemmschwellen sinken.

Vier Kongressabgeordnete mit ausländischen Wurzeln, die US-Präsident Donald Trump übel beschimpft und auffordert, dorthin zu gehen, „wo sie herkommen“: Sie sollen das „großartige und mächtige“ Amerika nicht madig machen, sondern in ihren „korrupen und unfähigen“ Heimatländern mal aufräumen, empfiehlt er. Nun könnte man das als eine der üblichen skurrilen Tiraden eines Präsidenten abtun, der seine Impulse nicht unter Kontrolle hat und der die großen politischen Zusammenhänge einfach nicht versteht. Doch leider steckt sehr viel mehr dahinter. Es ist erschreckend zu beobachten, dass nicht nur in den USA, sondern auch in vielen anderen demokratischen Staaten ein brandgefährliches Denken Raum gewinnt. Wir gegen die anderen, heißt es immer häufiger: Amerikaner mit europäischen Wurzeln gegen lateinamerikanische Einwanderer, Italiener gegen Sinti und Roma, Ungarn gegen Flüchtlinge, Briten gegen EU-Ausländer, „Bio-Deutsche“ gegen Muslime. Da wird pauschalisiert und agitiert, werden Voruteile gehegt und Ängste geschürt.

Gefährlicher Widerhall in den Echokammern des Internets

Das Gefährliche daran ist, dass der „Andere“, der „Fremde“ als minderwertig abqualifiziert wird, nur weil er eben „anders“ oder „fremd“ ist. Und dass der Widerhall in den Echokammern des Internets diese Einstellungen in einer Endlosschleife in die Gehirne derer hämmert, die für rassistisches und fremdenfeindliches Gedankengut empfänglich sind. Wohin das führen kann, zeigt unter anderem die Amokfahrt von Charlottesville, die Massaker in der Synagoge von Pittsburg und im neuseeländischen Christchurch, aber auch der Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Worte sind Waffen. Und sie sind umso wirkmächtiger, wenn sie von vermeintlichen Autoritäten kommen. Donald Trump ist deshalb ein Brandstifter. Und er ist leider nicht der einzige.

Ein Neonazi fuhr im August 2017 in eine Demonstration gegen Rechtsextremismus und tötete eine Frau.  Foto: dpa
Ein Neonazi fuhr im August 2017 in eine Demonstration gegen Rechtsextremismus und tötete eine Frau.
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