Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Kleiner Hoffnungsschimmer für die Ukraine

Die meisten Ukrainer sind stolz aif ihr Land und das bisher Erreichte.
Die meisten Ukrainer sind stolz aif ihr Land und das bisher Erreichte.

Besetzte Krim, Krieg im Osten des Landes: Die Ukraine hätte 30 Jahre nach ihrer Unabhängigkeit nur wenig Grund zum Feiern. Wäre da nicht ihre Jugend.

Wer heute, 30 Jahre nach der Unabhängigkeit, auf die Ukraine blickt, sieht ein zerrissenes Land. Russland hat sich die Krim einverleibt, und auch die Ostukraine befindet sich unter der Kontrolle Moskaus. Der sieben Jahre dauernde, nie erklärte Krieg gegen den einstigen „großen Bruder“ hat Spuren hinterlassen. Er hat das Land militarisiert, die Bevölkerung gespalten. Während die Mehrheit in trotzigem „Jetzt erst recht“ der russischen Annexion und Propaganda die Stirn bietet und in zum Teil aufopfernder Weise die kämpfende Truppe unterstützt, würde eine kleine Minderheit am liebsten die gesamte Ostukraine Russland zuschlagen.

Korruption und Vetternwirtschaft

Aber die Ukraine ist auch gespalten in Arm und Reich – oder besser: in Bettelarm und Superreich. Der chaotische Übergang von einer Sowjetrepublik zum demokratischen Staat mit liberaler Wirtschaftsverfassung hat Wenigen sagenhafte Vermögen beschert, während der Rest gerade mal über die Runden kommt. Korruption und Vetternwirtschaft taten und tun bis heute ihr Übriges.

Funktionierende parlamentarische Demokratie

Dennoch ist nicht alles grau. Im Gegensatz zu einigen anderen Ex-Sowjetrepubliken hat man es hier geschafft, eine einigermaßen funktionierende parlamentarische Demokratie aufzubauen, die friedliche Machtwechsel zulässt. Die Jugend des Landes ist größtenteils engagiert, fleißig, gut ausgebildet und europäisch gesinnt. Anlass zum Feiern also, und etwas Grund zur Hoffnung.

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