Glosse Freier Eintritt für Müllsammler: Ist das auch was für die Pfalz?

Stadttouren, auf denen Müll gesammelt wird, sind in Berlin nichts Neues. Ab dem Sommer sollen Touristen dafür Gegenleistungen er
Stadttouren, auf denen Müll gesammelt wird, sind in Berlin nichts Neues. Ab dem Sommer sollen Touristen dafür Gegenleistungen erhalten.

Berlin will Touristen für umweltbewusstes Handeln belohnen – wäre das auch was für die Pfalz?

„Voluntourism“ ist seit einigen Jahren ein Phänomen in der Reisebranche. Hinter dem Begriff verbirgt sich eine Mischung aus Urlaub und Freiwilligenarbeit: Vor allem junge Leute, die nach dem Schulabschluss länger verreisen, helfen vor Ort etwa beim Müllaufsammeln am Strand oder in Auffangstationen für verletzte Wildtiere – und genießen nebenbei noch die Sehenswürdigkeiten des Reiselands.

Wer dieses Jahr im Sommerurlaub das Gefühl bekommen will, die Welt etwas besser zu machen, muss dafür aber gar nicht in ferne Länder reisen – es könnte schon reichen, sich in den Zug nach Berlin zu setzen.

Dort will die städtische Tourismusagentur Visit Berlin im Sommer dieses Jahres das Pilotprojekt „BerlinPay“ starten. Anlässlich des Themenjahrs Wassertourismus sollen Besucher für verantwortungsvolles Verhalten rund um die Gewässer der Stadt sensibilisiert werden. Wer also entlang der Spree Müll sammelt oder soziale Projekte unterstützt, soll Vorteile genießen, zum Beispiel bei Freizeitunternehmungen, in der Gastronomie oder in Kultureinrichtungen. Momentan sucht Visit Berlin noch nach Projektpartnern.

Vorbild dafür ist das Kopenhagener Projekt „CopenPay“, das seit 2024 nachhaltigen Tourismus in der dänischen Hauptstadt fördern soll. Wer während des Sommers etwa mit der Bahn oder mit dem E-Auto statt mit dem Flieger anreist, für längere Zeit in der Stadt bleibt oder hilft, Naturparks in Schuss zu halten, erhält Vergünstigungen bei Stadtführungen, Saunabesuchen oder Leihfahrrädern. Offenbar mit Erfolg: Während der vierwöchigen Testphase der Kampagne wurden laut der örtlichen Tourismusorganisation 29 Prozent mehr Fahrräder ausgeliehen und mehrere Tonnen Müll gesammelt.

Das wirft die Frage auf: Könnte das auch was für den Tourismus in der Pfalz sein? Müll, den man aufsammeln könnte, gibt es in den Pfälzer Städten leider genug. Die Weinstraße mit dem Rad statt mit dem Auto zu erkunden würde der Umwelt sicher auch gut tun – und so manchem Besucher kaum weniger Spaß machen. Bei einem Ausflug in den Pfälzerwald könnte man auch gleich auf die Jagd nach invasiven Arten gehen. Zu tun gibt es also einiges – und was bekommen die fleißigen Touristen als Belohnung? Klar: Eine Schorle auf dem Weinfest ihrer Wahl.

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