Ukraine
Experten warnen vor Hacker-Angriffen
„Pro-Putin-Trolle und Bots überschwemmen die Kommentarspalten unserer Auftritte in den sozialen Medien“, teilt Kasper auf Twitter mit.
Bei dem Krieg im Netz geht es nicht nur – wie in diesem Fall – um Deutungshoheit, sondern auch um Cyberangriffe. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) erklärte dazu: „Die Sicherheitsbehörden haben auch die Schutzmaßnahmen zur Abwehr etwaiger Cyberattacken hochgefahren und relevante Stellen sensibilisiert.
Alle Informationen laufen im Nationalen Cyber-Abwehrzentrum zusammen.“ Verschiedene Landeskriminalämter warnen vor Hackerattacken. Insbesondere Unternehmen und Behörden sollten sich entsprechend vorbereiten, ihre IT-Sicherheit überprüfen und gegebenenfalls erhöhen sowie Mitarbeiter sensibilisieren, schreibt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik.
Ukrainische Banken und Behörden betroffen
In der Ukraine haben unbekannte Hacker bereits Webseiten von Banken und Regierungsbehörden lahmgelegt. Das britische National Cyber Security Centre warnte schon am Dienstag vor Digitalangriffen mit internationalen Konsequenzen. Mehrere Länder rufen ihre Unternehmen und Einrichtungen dazu auf, sich auf Cyberattacken einzustellen. „Shields Up“ (Schilde hoch), lautet etwa die Warnung bei der amerikanischen Cybersicherheitsbehörde Cisa.
Denn Russland habe in den vergangenen Jahren Cyberangriffe immer wieder als wichtiges Mittel zum Durchsetzen der eigenen Interessen eingesetzt. Dem militärischen Großangriff gingen am Mittwoch Cyberangriffe voraus. Schon Stunden vor der Militäroperation begannen die Attacken auf ukrainische IT-Netze. Bereits 2008 hatte Russland im Konflikt mit Georgien Hacker genutzt. Das Land gilt seit Längerem als Heimat mehrerer Hackergruppen, die teils auch andere Regierungen ausspioniert haben sollen und oft den Geheimdiensten zugerechnet werden.
Die Hackergruppe Anonymous hat eigenen Angaben zufolge der russischen Regierung den Cyberkrieg erklärt. Das Kollektiv meldete am Donnerstagabend via Twitter, dass mehrere Seiten der Regierung lahmgelegt worden seien. Zudem sei die Internetseite des Propagandasenders RT – früher Russia Today – zeitweise nicht aufrufbar gewesen.
