Coronavirus EU-Behörde empfiehlt Biontech-Impfstoff

Eine Ampulle Hoffnung: der Biontech/Pfizer-Impfstoff.
Eine Ampulle Hoffnung: der Biontech/Pfizer-Impfstoff.

Der Plan, in Deutschland am 27. Dezember mit den Impfungen gegen das Coronavirus zu beginnen, könnte aufgehen. Die Verkehrsbeschränkungen wegen der mutierten Virusvariante in Großbritannien haben ein Reisechaos ausgelöst.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat den Weg geebnet für einen baldigen Beginn der EU-weiten Impfkampagne gegen das Coronavirus. Die Behörde empfahl am Montag eine bedingte Marktzulassung des Impfstoffs des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer in der EU. Die EU-Kommission will die endgültige Entscheidung mit den Mitgliedsstaaten nun binnen zwei Tagen in einem Schnellverfahren treffen. Die Impfungen könnten dann wie geplant am 27. Dezember beginnen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bezeichnete die bevorstehende Zulassung des Corona-Impfstoffs als „Meilenstein in der Pandemiebekämpfung“.

Auf Grundlage der vom Hersteller vorgelegten Labordaten und Ergebnissen der klinischen Tests hat die EMA die Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffes bewertet. Nach Angaben der EU-Behörde gibt es auch keine Anzeichen dafür, dass der Impfstoff nicht gegen die neue Coronavirus-Variante wirkt, die bisher vor allem in Großbritannien auftritt.

Weitere Länder stellen Flüge ein

Die Angst vor der Ausbreitung dieser Corona-Variante hat weltweit und besonders in Europa für Reisechaos gesorgt. Am Montag stellten zahlreiche weitere Länder ihre Flugverbindungen mit Großbritannien ein. Vielerorts saßen Reisende kurz vor den Festtagen fest. Deutschland hatte wie andere Länder bereits am Sonntag die Flugverbindungen mit Großbritannien eingestellt.

Der deutsche EU-Ratsvorsitz rief für Montagvormittag eine Krisensitzung der EU-Botschafter ein. Drei Stunden sei dabei unter anderem mit Experten der Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC beraten worden, hieß es anschließend aus Diplomatenkreisen. Es habe aber keine Entscheidungen gegeben. Mögliche konkrete Schritte sollen demnach an diesem Dienstag erneut im Kreise der Botschafter diskutiert werden.

Patienten von Ludwigshafen nach Mainz verlegt

Für Rheinland-Pfalz hat das Landesuntersuchungsamt 1054 neue Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) sagte in Mainz: „Die Lage in rheinland-pfälzischen Krankenhäusern ist schwierig, aber unter Kontrolle.“ 250 Intensivbetten seien verfügbar, ein Viertel der Kapazitäten. 430 weitere Intensivbetten könnten die Kliniken im Land innerhalb von sieben Tagen aktivieren. Schwieriger sei die Versorgungslage im Bereich Rheinpfalz, sagte der Leiter der Klinik für Anästhesiologie an der Uni-Medizin in Mainz, Christian Werner. Zehn Covid-Patienten seien von Ludwigshafen nach Mainz verlegt worden. Das Westpfalzklinikum könne Stand Montag wieder Patienten aufnehmen. „Aber das ist ein Fliegen auf Sicht. Manchmal gibt es Nächte ohne Neuaufnahmen, dann kommen gleich vier Fälle“, sagte Werner.

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