USA RHEINPFALZ Plus Artikel Donald Trump und die Hexenbiester

David Giuntoli ist der „Grimm“: In der gleichnamigen TV-Serie jagt er in Portland gefährliche Märchenwesen.
David Giuntoli ist der »Grimm«: In der gleichnamigen TV-Serie jagt er in Portland gefährliche Märchenwesen.

Trump beschwört Chaos in Portland – doch das kennt die Stadt schon aus der TV-Serie „Grimm“. Dort sind die Monster wenigstens klarer gezeichnet.

Im dritten Anlauf hat Donald Trump die richtige Stadt erwischt: Nach Los Angeles und Washington jetzt Portland. Wer Monster jagen will, ist hier goldrichtig. Dummerweise meint der US-Präsident die falschen. Von „Antifa“ und „inländischen Terroristen“ redet er – dabei wimmelt es dort in Wahrheit von magischen Wesen. Jedenfalls, wenn man der TV-Serie „Grimm“ Glauben schenken darf.

Sechs Staffeln lang war Portland seit 2011 Bühne für allerhand Märchengestalten. „Wesen“ heißen sie dort: halb Mensch, halb Bestie. Einige friedlich, andere brandgefährlich. Genau die Mischung, die Trump beschwört. Nur dass die Serie feiner unterscheidet als der Präsident.

Domestizierter Werwolf

Die Guten kennt jeder Fan: Monroe, ein domestizierter Werwolf, Blutbader genannt, der lieber alte Uhren repariert, als irgendwen anzufallen – auch wenn ihn der Drang hin und wieder überkommt. Rosalee, Apothekerin mit zeitweiser Fuchsgestalt und Sinn für Kräuter und klare Worte. Bud, der zitternde Biber, der im Zweifel wegrennt statt loszuschlagen. Figuren, die zeigen, dass nicht alles bedrohlich ist, was Zähne zeigt.

Natürlich gab es auch die anderen: die intriganten Hexenbiester, die gefährlichen Feuerteufel oder das gefürchtete Mauvais Dentes, eine Art Säbelzahn-Monster, vor dem selbst abgebrühte Ermittler Reißaus nehmen. In „Grimm“ schwankt Portland ständig zwischen Normalität und Ausnahmezustand. Ein bisschen wie in der Politik, nur mit besseren Drehbüchern.

Gefährlicher Ziegendämon

Und nun also Trump, der 200 Nationalgardisten schicken will. Portland kennt diese Kulisse: Schon 2020 wollte er hier seine Bilder vom Chaos drehen – damals eskalierten tatsächlich Proteste erst, nachdem der Präsident Sicherheitskräfte entsandte. Heute klingt das nach einer schlechten Serienkopie. Denn wer „Grimm“ kennt, weiß: Die wirklich gefährlichen Wesen erkennt man nicht auf den ersten Blick.

Und dann ist da noch der eigentliche Held der Serie: Nick Burkhardt, der Grimm. Ein Ermittler, der die Fähigkeit hat, die wahre Natur der Wesen zu sehen – und sie zu stellen, wenn sie gefährlich werden. Einer wie er könnte nicht nur Portland helfen. Vielleicht täte ein Grimm auch in Washington gute Dienste. Denn unheimliche Wesen laufen nicht nur in Oregon herum, sondern auch im Weißen Haus. Der Chef dort hat durchaus Ähnlichkeiten mit einem gefährlichen Ziegendämon.

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