Flüchtlinge RHEINPFALZ Plus Artikel Das Land sollte sich ehrlich machen

Polnische Soldaten errichten einen Stacheldrahtzaun entlang der polnisch-belarussischen Grenze.
Polnische Soldaten errichten einen Stacheldrahtzaun entlang der polnisch-belarussischen Grenze.

Das Flüchtlingsthema ist wieder auf der Tagesordnung. Die Bundesrepublik sollte sich ein paar grundlegenden Fragen stellen.

Klar, 2021 ist nicht 2015. Aber das Flüchtlingsthema war nie weg. Es war nur nicht mehr auf der Tagesordnung. Jetzt drängt es mit Macht wieder ins Bewusstsein.

Zum Beispiel durch den belarussischen Diktator Lukaschenko. Der setzt Flüchtlinge als politische Waffe gegen die EU ein. Die Anzahl der Asylsuchenden über Belarus ist überschaubar. Noch. Bisher wurden 5700 Flüchtlinge an der deutsch-polnischen Grenze aufgegriffen.

Ein größeres Problem ist die Sekundärmigration. Flüchtlinge, die etwa in Griechenland Asyl bekommen haben, reisen weiter, zum Beispiel nach Deutschland. Dort erhalten sie erneut einen Aufenthaltsstatus – allerdings zu deutlich besseren Konditionen. Allein aus Griechenland kamen so 34.000 Menschen.

Deutschland wird sich irgendwann ehrlich machen müssen. Das Land, und damit auch die neue Regierung, wird sich fragen müssen, ob es nicht die „Pull-Faktoren“ – also die vergleichsweise hohen Anreize – sind, die Flüchtlinge dazu bewegen, nicht in Griechenland zu bleiben, sondern weiter zu wandern nach Deutschland.

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