Politik Das Auswärtige Amt wirbt mit absurdem Katzen-Content

In dem Video des Auswärtigen Amts spielen Katzen mit Sonnenbrillen eine tragende Rolle.
In dem Video des Auswärtigen Amts spielen Katzen mit Sonnenbrillen eine tragende Rolle.

Stellen Sie sich vor, Sie wären für die Öffentlichkeitsarbeit einer Bundesbehörde verantwortlich. Wie würden Sie in den sozialen Netzwerken auf eine öffentliche Veranstaltung Ihrer Institution aufmerksam machen?

Genau: mit schrägem Katzen-Content und ansonsten möglich wenig Inhalt!

Das Auswärtige Amt macht seit Sonntag mit einem Video auf Tiktok und Instagram Werbung für seinen jährlichen Tag der offenen Tür. Im Vordergrund: Bilder von Katzen, manche davon mit Sonnenbrillen, die zu elektronischer Musik rotieren, und dazu noch eine Discokugel, Lautsprecher und bunte Glitzer-Effekte. Ach ja, und die Information, wann der Tag der offenen Tür stattfindet, kommt irgendwo dazwischen auch noch vor. Was es bei der Veranstaltung an Programm geben soll? Keine Ahnung, ist aber vielleicht auch egal. Es geht hier ja auch nur um das Auswärtige Amt, das sich ansonsten mit Themen wie dem Krieg in der Ukraine oder der humanitären Notlage in Gaza befasst.

An dieser Stelle finden Sie einen Post von Instagram.

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Das Video passt jedenfalls zum derzeitigen „Brainrot“-Trend (zu deutsch: Gehirnfäule) in den sozialen Netzwerken. Damit beschreiben Nutzer den Zustand ihres Gehirns, nachdem sie mehrere Stunden pro Tag damit verbringen, durch Plattformen wie Instagram und Tiktok zu scrollen.

Dieser Zustand manifestiert sich in Videos von rotierenden Katzen, Fischen und anderen Tieren, die manchmal mehr oder weniger sinnbefreite Dialoge sprechen. Für die einen ist es Kunst, fast schon eine neue Form des Dadaismus, für die anderen ist es ein Zeichen, dass ein Teil der Bevölkerung mal wieder an die frische Luft gehen sollte.

Da kann man nur rätseln, was sich die Verantwortlichen des Auswärtigen Amts dabei gedacht haben. Ist es der verzweifelte Versuch von Menschen fortgeschrittenen Alters, bei den jungen Leuten gut anzukommen – oder gar „Aura zu farmen“, wie die Jugendlichen es heutzutage nennen? Was ja lowkey cringe wäre.

Trauen sie ihren Followern einfach keine größere Aufmerksamkeitsspanne mehr zu? Oder hat ein Praktikant die Gunst der Stunde genutzt, dass am Wochenende keine Aufsichtspersonen im Dienst waren, und sich künstlerisch verausgabt?

Egal, was man von dem Video halten mag: Gesprächsstoff liefert es wenigstens.

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