Rheinland-Pfalz
Corona-Lockdown: Schüler sollen noch länger zu Hause lernen
An rheinland-pfälzischen Schulen wird bis mindestens 22. Januar Fernunterricht erteilt werden – eine Woche länger als bisher geplant. Das kündigte Landesbildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) am Mittwoch in Mainz an. Wenn die Infektionszahlen zum Stichtag 17. Januar deutlich nach unten gingen, sei ab dem 25. Januar die Rückkehr zunächst zum Wechselunterricht der Klassenstufen 1 bis 6 möglich. Das bedeutet, Klassen und Kurse werden geteilt, je eine Hälfte wird in der Schule unterrichtet, die andere soll Fernunterricht erhalten.
Frühestens im Februar wieder Präsenzunterricht
Für Abschlussklassen soll die Sonderregelung bereits ab 15. Januar gelten. Hubig wollte sich nicht festlegen, auf welches Niveau die Corona-Infektionszahlen sinken müssen, um die Schulen zu öffnen. Frühestens im Februar sei die Rückkehr zunächst der Klassenstufen 1 bis 6 in den Präsenzunterricht möglich.
Schülerinnen und Schüler, die nicht zu Hause betreut werden können oder denen die Arbeitsmöglichkeiten zu Hause fehlen, können die Notbetreuung an Schulen in Anspruch nehmen. Am Montag hätten dies rund zwei Prozent der Kinder in Anspruch genommen, am Dienstag drei Prozent.
„Moodle“ hat „die Grätsche gemacht“
Unterdessen gab es immer noch Schwierigkeiten mit der Lernplattform „Moodle“, während Hubig dem Videokonferenzsystem „BigBlueButton“ bescheinigte, ab Mittwoch „gut und reibungslos“ zu laufen: „Moodle hat am Montag die Grätsche gemacht, heute läuft es mit Ausnahmen stabil.“
Die Leiterin des Pädagogischen Landesinstituts, Birgit Pikowsky, sagte, auch am Donnerstag könne es noch Schwierigkeiten geben. Aber IT-Experten des Instituts, des Rechenzentrums der Universität Mainz und aus der privaten Wirtschaft arbeiteten an Lösungen. Ein Teil des Problems seien externe Angriffe mit 10.000 Anfragen pro Sekunde gewesen, die das System in die Knie gezwungen hätten. Anders als vom Bildungsministerium zunächst geäußert, habe es sich nicht um einen Hackerangriff gehandelt, weil niemand in das System eingedrungen sei.
Kitas bleiben offen
Die Kindertagesstätten bleiben laut Hubig weiterhin offen, Erzieherinnen und Erzieher könnten sich nun alle noch einmal kostenlos testen lassen und später auch dann, wenn sie mittelbaren Kontakt zu Corona-Infizierten hatten. Die Ministerin appellierte aber an Eltern und an Arbeitgeber, die Betreuung der Kinder zu Hause zu ermöglichen. Hubig verteidigte die Haltung des Landes, keine Regelung zu erlassen, wann Kinder die Kita besuchen können und wann nicht.