Verteidigung Bundeswehr mangelt es massiv an Soldaten

„Die Bundeswehr schrumpft und wird älter“: die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl (SPD).
»Die Bundeswehr schrumpft und wird älter«: die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl (SPD).

Die Wehrbeauftragte des Bundestages beklagt einen massiven Personalmangel bei den deutschen Streitkräften.

Die Bundeswehr müsse beim Personal noch ganz gewaltig nachlegen, sagte die Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Eva Högl. „Die Bundeswehr schrumpft und wird älter“, äußerte die SPD-Politikerin, die am Dienstag ihren Bericht für 2024 vorlegte. Trotz kontinuierlicher Bemühungen seien die Streitkräfte ihrem Personalziel von 203.000 Soldaten nicht nähergekommen. Im Gegenteil: Ende 2024 betrug die Anzahl aktiver Soldatinnen und Soldaten 181.174 – das waren etwas weniger als zur Vorjahreszeit. Das Durchschnittsalter stieg demnach von 32,4 Jahren Ende 2019 auf nunmehr 34 Jahre. Dieser Trend müsse umgedreht werden, sagte Högl. Immerhin: Deutlich besser seien die Soldaten nun mit „zwingend benötigten“ Helmen, Schutzwesten, Kälte- und Nässeschutz ausgestattet.

Erfreulicherweise hätten 2024 acht Prozent mehr Soldaten ihren Dienst bei der Bundeswehr angetreten, sagte die Wehrbeauftragte. Es sei jedoch äußert problematisch, dass zugleich 25 Prozent die Bundeswehr innerhalb der ersten sechs Monate wieder verließen. Diese hohe Abbrecherquote stehe jeder noch so erfolgreichen Personalgewinnung entgegen.

Absurde Situation

Högl beklagte zugleich die absurde Situation, dass die Bundeswehr dringend Personal brauche, im Verteidigungshaushalt aber die erforderlichen Planstellen fehlten. Das führe zu jahrelangen Wartezeiten bei der Beförderung und sorge für großen Unmut und Unverständnis in der Truppe. Zeitsoldaten könnten ihre Dienstzeit nicht verlängern. Die Bundeswehr brauche also auch dringend mehr Geld fürs Personal, sagte Högl. Personalgewinnung und Personalbindung blieben eine der größten Herausforderungen für die Bundeswehr. Angesichts des „massiven Personalmangels“ befürwortet Högl das von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) vorgeschlagene, jedoch wegen der vorgezogenen Neuwahlen nicht verabschiedete Wehrdienstmodell als „guten und richtigen Vorschlag“.

Högl beklagte, dass sich Kasernen teilweise immer noch in einem „desaströsen Zustand“ befänden und bezifferte den Gesamtinvestitionsbedarf für die Bundeswehr-Infrastruktur mit 67 Milliarden Euro.

Die Stimmung in der Truppe sei „grundsätzlich gut“. Doch die Soldaten erwarteten ungeduldig Besserung bei Material, Personal und Infrastruktur. Es werde aber wahrgenommen, dass daran gearbeitet werde. Die Truppe sei an der Belastungsgrenze und ächze unter mangelnder Digitalisierung, überbordender Bürokratie und langen Beschaffungsprozessen.

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