Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Bergkarabach: Kein Frieden in Sicht

Trauer um einen bei den jüngsten Gefechten getöteten aserbaidschanischen Soldaten.
Trauer um einen bei den jüngsten Gefechten getöteten aserbaidschanischen Soldaten.

Die heftigen Gefechte an der armenisch-aserbaidschanischen Grenze zeigen: Der Konflikt um Bergkarabach ist weiter ungelöst.

Die Kämpfe waren kurz, aber blutig: Nach den Gefechten am Dienstag zwischen Armenien und Aserbaidschan meldeten beide Seiten Opfer. Wie es scheint, waren die Streitkräfte Aserbaidschans in der Offensive – wie schon bei den Kämpfen um die armenische Enklave Bergkarabach im vergangenen Herbst. Die Armenier sahen sich jedenfalls genötigt, Russland darum zu bitten, die territoriale Unversehrtheit ihres Landes zu verteidigen. Eine russische Intervention hat dann tatsächlich zu einer Waffenruhe geführt.

„Militärische Flurbereinigung“

Zwar werfen sich beide Seiten gegenseitig vor, zuerst angegriffen zu haben. Doch nach Ansicht vieler Beobachter veranstaltete Aserbaidschan eine Art militärischer Flurbereinigung. Denn es wurde vor allem im Grenzgebiet der südarmenischen Provinz Sjunik gekämpft. Da das angrenzende aserbaidschanische Gebiet bis zum Krieg vergangenen Herbst 26 Jahre lang von den Armeniern kontrolliert wurde, ist der Grenzverlauf nicht klar markiert, die Verbindungsstraße aus Zentralarmenien in die Provinzhauptstadt Sjunik verläuft an zwei Stellen durch Aserbaidschan.

Klar ist, dass der seit über 30 Jahren schwelende Karabach-Konflikt ungelöst ist. Hinter dem ölreichen und hochgerüsteten Aserbaidschan steht die Türkei, Armenien hofft auf die Schutzmacht Russland. Moskaus Friedenstruppen stehen zwar in Bergkarabach, Friedensverhandlungen hat aber auch Russland nicht erzwingen können.

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