Rheinland-Pfalz Sextourismus befürchtet: Rheinland-Pfalz stoppt Öffnung der Bordelle

Ab 10. Juni dürfen in Rheinland-Pfalz Bordelle wieder öffnen – unter welchen Bedingungen ist derzeit noch unklar.
Ab 10. Juni dürfen in Rheinland-Pfalz Bordelle wieder öffnen – unter welchen Bedingungen ist derzeit noch unklar.

Rückzieher der Landesregierung: Bordelle und Prostitutionsstätten dürfen nun doch nicht ab Mittwoch öffnen. Das kündigte am Montag eine Sprecherin des Mainzer Gesundheitsministeriums nach einer Sitzung des Kabinetts an.

Die am Freitag veröffentlichte neunte Corona-Bekämpfungsverordnung der rheinland-pfälzischen Landesregierung, die am 10. Juni in Kraft tritt, hatte die Öffnung der Bordelle ursprünglich vorgesehen. Aus mehreren Gründen sei aber jetzt eine Neubewertung erfolgt, sagte die Ministeriumssprecherin: „Wir haben seitdem eine große Resonanz erhalten, auch von Ordnungsämtern, dass sie, anders als für andere ,körpernahe Dienstleistungen’, die vorgesehenen weitreichenden Hygiene-, Vorsichts- und Reinigungsvorgaben in Bordellen nicht gleichermaßen effektiv kontrollieren könnten.

Gleichzeitig hätten Ordnungsämter und andere darauf hingewiesen, dass eine Nachverfolgung bei Auftreten von Infektionsfällen bei realistischer Betrachtung nur schwer zu gewährleisten sei.

Regierung will bei Bordellen jetzt „Gleichklang der Bundesländer“

Dazu komme, dass Bordelle in anderen Bundesländern weiterhin geschlossen blieben, sagte die Ministeriumssprecherin. Es gelte deshalb, eine Verlagerung von Sexualdienstleistungen nach Rheinland-Pfalz zu vermeiden. Eine Öffnung von Bordellen solle vielmehr im !„Gleichklang der Bundesländer“ erfolgen.

Zuvor bereits Hygienekonzept zurückgezogen

Die Landesregierung hatte am Freitag zunächst auch ein eigenes Hygienekonzept für die Öffnung der Bordelle unter den Bedingungen der Corona-Pandemie veröffentlicht. Dieses Papier war aber kurz darauf ohne Angaben von Gründen zurückgezogen worden. Das Konzept solle überarbeitet werden, hatte am Freitag ein Sprecher der Staatskanzlei erklärt. Doch eine Neufassung des Konzepts wurde nicht mehr vorgelegt. Stattdessen zog die Landesregierung die Erlaubnis zur Öffnung von Bordellen insgesamt zurück. Dies solle durch eine kurzfristige Änderung der neunten Corona-Bekämpfungsverordnung umgesetzt werden, sagte die Ministeriumssprecherin.

Susanne Bleier-Wilp, Sprecherin des „Bundesverbands erotische und sexuelle Dienstleistungen“ in Berlin, hatte am Montag bestätigt, dass Rheinland-Pfalz das einzige ihr bekannte Bundesland sei, das eine Wiedereröffnung von Bordellen und Prostitutionsstätten geplant habe.

Den Kommentar dazu lesen Sie hier.

Was sich mit der neunten Corona-Bekämpfungsverordnung in Rheinland-Pfalz alles ändert, lesen Sie hier.