Kommentar
Schnelles Ende eines Sexabenteuers
Dass die rheinland-pfälzische Landesregierung Bordelle trotz der Corona-Infektionsgefahr öffnen wollte, war zuvor nicht angekündigt worden. Stattdessen wurde das Verbot klammheimlich gestrichen und die Verordnung nachts ins Internet gestellt. Ob man im Regierungslager tatsächlich geglaubt hat, das merkt niemand?
Am Wochenende dämmerte es den Verantwortlichen dann wohl, dass sie dabei waren, Rheinland-Pfalz zum Sextourismus-Ziel zu machen – denn alle anderen Bundesländer lassen die Bordelle zu. So kam es zum Rückzieher. Bei dessen Verkündung hieß es am Montag, eigentlich habe man ja nur „erotische Massagen“ und keinen tatsächlichen Bordellbetrieb zulassen wollen. Von einem „eingeschränkten Leistungsspektrum“, wie das Mainzer Gesundheitsministeriums jetzt sagt, war zuvor allerdings nie die Rede gewesen – das ist ein untauglicher Versuch, das Debakel im Nachhinein herunterzuspielen.