Pfälzerwald RHEINPFALZ Plus Artikel Landesregierung will Biosphären-Status nicht gefährden

Windräder im Pfälzerwald könnten seinen Status als Biosphärenreservat gefährden.
Windräder im Pfälzerwald könnten seinen Status als Biosphärenreservat gefährden.

Die Landesregierung werde „nichts umsetzen, das den Status des Biosphärenreservates in Frage stellt“. Damit reagiert das rheinland-pfälzische Umweltministerium auf den RHEINPFALZ-Bericht, wonach das deutsche MAB-Nationalkomitee „mit größter Besorgnis“ die Windkraft-Pläne des Landes für den Pfälzerwald beobachtet.

„Es ist unstrittig, dass ein starker Ausbau der Erneuerbaren Energien zur Erreichung der Klimaziele unumgänglich ist“, betont das Ministerium allerdings. Und: „Wir stehen auch in dieser Frage im guten und engen Austausch mit dem MAB-Komitee.“

Das Komitee wacht im Auftrag der Unesco über die Einhaltung der für Biosphärenreservate in Deutschland geltenden Regeln. „Mit Nachdruck“ fordert dieses Gremium die rheinland-pfälzische Landesregierung auf, „Windkraftanlagen und ihre Infrastruktur in Ausnahmefällen nur außerhalb bewaldeter Flächen des Unesco-Biosphärenreservates ... zuzulassen, um dessen Unesco-Anerkennung nicht zu gefährden“.

CDU: Aberkennung des Biosphärenstatus wäre Katastrophe

„Für den Pfälzerwald, die Region und auch das Land wäre es eine Katastrophe, wenn die Unesco-Anerkennung aberkannt würde“, warnte Christian Baldauf, der Chef der CDU-Fraktion im Landtag. „Die Landesregierung muss sofort von ihren Plänen, Teile des Pfälzerwaldes für Windräder zu öffnen, Abstand nehmen.“

Die Stellungnahme des Nationalkomitees trägt das Datum 7. September. Baldauf zeigt sich verwundert, „dass Umweltministerin Anne Spiegel das Schreiben zurückhält“. Er erwarte von der Landesregierung mehr Transparenz. „Das Unesco-Komitee schiebt den Windkraftplänen der Landesregierung einen deutlichen Riegel vor. Warum macht sie ein Geheimnis daraus?“ Nun stellt sich für Baldauf die Frage, was die Regierung zu tun gedenke. Wolle sie etwa an ihren Plänen festhalten? „Genau diese Fragen werden wir im nächsten Umweltausschuss stellen.“ Die CDU-Fraktion habe einen Berichtsantrag gestellt.

Bezirksverband will Schutzstatus keinesfalls gefährden

Mit der in der RHEINPFALZ zitierten Stellungnahme des MAB-Nationalkomitees stehe nun offenbar fest, dass auch für die Zukunft die Errichtung von Windkraftanlagen in der Kernzone, der Pflegezone und der bewaldeten Entwicklungszone ausgeschlossen ist, wenn das Land den Schutzstatus erhalten will, erklärt der Bezirkstagsvorsitzende Theo Wieder auf Anfrage. Übrigens habe das dieses Gremium schon 2013 wortgleich formuliert. Der Bezirksverband Pfalz sei stets bestrebt gewesen, diesen Status durch keine Maßnahme zu gefährden. „Ich begrüße, dass auch die Landesregierung dies immer so gesehen hat und offenkundig auch weiter so sieht.“ Unabhängig davon werde der Bezirksverband Pfalz seine vielfältigen Anstrengungen für den Klimaschutz fortsetzen.

Pfälzerwald-Verein sieht sich bestätigt

Der Pfälzerwald-Verein (PWV) begrüßt „die klare Haltung“ des MAB-Komitees. „Der Pfälzerwald ist der ,Nationalpark’ der Pfalz und niemand würde auf die Idee kommen, mitten im Nationalpark Windräder zu bauen, in einem europaweit einzigartig unzerschnittenen Waldgebiet“, sagt der PWV-Hauptvorsitzende Martin Brandl. In der Pfalz gebe es viele ungenutzte Flächen außerhalb des Biosphärenreservates, die von den Planungsgemeinschaften für Windkraftanlagen ausgewiesen wurden und geeignet seien. Der Pfälzerwald-Verein unterstütze unbedingt den Kampf gegen den Klimawandel und auch den Ausbau der regenerativen Energien. „Klimaschutz darf aber nicht auf Kosten von Naturschutz und einzigartiger Naturreservate durchgesetzt werden“, so Brandl.

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