Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Gewalt in Ingelheim: Das freut nur die Rechtsextremisten

Schon 2019 haben Neonazis in Ingelheim protestiert, mit dabei eine Gruppe aus Zweibrücken.
Schon 2019 haben Neonazis in Ingelheim protestiert, mit dabei eine Gruppe aus Zweibrücken.

Die Demokratie leidet, wenn der Protest gegen rechte Kleinstgruppen zur Gewalt zwischen und Demonstranten und Polizei führt.

Gut, dass die Demonstrationen in Ingelheim am Samstag ruhig verlaufen sind. Dennoch muss das rheinland-pfälzische Innenministerium die Vorgänge eine Woche zuvor – wie angekündigt – aufklären. Zu groß sind bislang die Widersprüche zwischen den Darstellungen von Polizei und Demonstranten. Wurden 116 Gegendemonstranten verletzt oder nur einer? Gab es einen frei zugänglichen Ausgang aus dem Tunnel am Bahnhof oder wurden die Teilnehmer tatsächlich brutal in der Enge eingepfercht? Waren die Einkesselung von Demonstranten und der Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray eine angemessene Reaktion auf gewaltbereite Demonstranten oder ging die Polizei einseitig aggressiv vor?

Schwarzen Block in Zaum halten

Polizei und Staatsanwaltschaft müssen nachvollziehbare Antworten auf diese Fragen finden. Anmelder von Demonstrationen gegen Rechts sind andererseits grundsätzlich gefordert, den Schwarzen Block der Antifa im Zaum zu halten. Allzu gerne legt sich diese Minderheit ebenso mit der Polizei an wie mit den Rechten. Wer auch immer für die Gewalt in Ingelheim verantwortlich ist: Den Nutzen daraus zieht nur das Häufchen Ewiggestriger, das in Ingelheim Hitlers Stellvertreter Rudolf Heß verehrt hat. Wenn der Protest gegen diese Rechtsextremen in Chaos und Gewalt mündet, versagen die demokratischen Kräfte.

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