Pfalz
Grumbeer-T-Shirts der Anonyme Giddarischde kann man jetzt kaufen
Als der Lebensmitteldiscounter Lidl Sneakers mit seinem Logo verkaufte, standen die Menschen Schlange vor den Filialen, um ein Exemplar zu ergattern. Die Turnschuhe in knalligem Gelb-Blau-Rot verkauften sich wie warme Brötchen. Auch Konkurrent Aldi hat bereits gute Erfahrungen mit dem Verkauf von T-Shirts und Hoodies gemacht. Es geht aber auch noch eine Nummer größer: Das Pariser Luxuslabel Vetements verkaufte 2016 T-Shirts mit dem Logo des Paketezustellers DHL – für mehrere Hundert Euro das Stück. Zahlreiche Stars und Sternchen stellten daraufhin Fotos von sich im Paketboten-Dress ins Netz.
In der Pfalz könnte dieser Trend nun fortgesetzt werden – zumindest, wenn es nach Thomas „Edsel“ Merz geht. Der Pfälzer Sänger und seine Band Die Anonyme Giddarischde sind seit vergangenem Jahr Markenbotschafter der Erzeugergemeinschaft Pfälzer Grumbeere. Und in dieser Funktion sind sie nun Fotomodelle einer neuen Bekleidungskollektion: T-Shirts und Hoodies mit Logo der Pfälzer Grumbeere.
Logo taugt zum Retro-Kult
Das Emblem der 1992 gegründeten Erzeugergemeinschaft ist erst 2022 überarbeitet worden. Das Grunddesign ist noch dasselbe, es sieht nur jetzt noch etwas mehr nach Retro-Kult aus. Ideal, um als T-Shirt getragen zu werden, findet „Edsel“. Mit der Kartoffel verbindet er die ehrliche Arbeit der pfälzischen Ackerbauer.
Die Knolle vertrete auch die landwirtschaftlich geprägte Pfalz wie keine andere Bodenfrucht. Nicht zuletzt auch durch ihre amerikanische Herkunft. Schon geografisch bedingt sei die Pfalz von Natur aus sehr weltoffen. Franzosen, Preußen, Bayern – alle waren sie schon hier und haben die Kultur mitgeprägt. Da passe es auch, dass die Kartoffel im pfälzischsten aller Gerichte – dem Saumagen – nicht fehlen darf. „Die Pfalz war schon immer eine Völkermühle“, sagt der Sänger.
Keine Ulktruppe
Auch seine Band passe in die Markenwelt der Pfälzer Grumbeere, ist „Edsel“ überzeugt. Schon allein der Name „Anonyme Giddarischde“ suggeriere, dass es sich bei der Gruppe nicht um eine folkloristische Ulktruppe handle, sondern um ein „Weinfest-Guerilla-Kommando“. Auch bei der Art der Zubereitung hält es „Edsel“ lieber bodenständig. Er habe zwar auch schon diverse Abwandlungen des Knollengemüses kosten dürfen, doch am liebsten kommt ihm eine besondere Form auf den Tisch: Bratkartoffeln mit Speck. So erdet der Erdapfel noch mehr, findet der Sänger.
Zur Musik der Anonyme Giddarischde passt das bodenständige Image der Pfälzer Grumbeere. Viele der Titel sind aus dem Leben gegriffen. Sie handeln etwa vom Wandern, von Leberwurst, dem Baumarkt oder dem Aufräumen der Wohnung.
Bereits das erste Lied der Bandgeschichte war so ein Beispiel, wie „Edsel“ erzählt: Nach einem gemeinsamen Gitarrenkurs fuhren er, Roman Nagel und Michael Lange mit anderen Musikern nach Süd-Frankreich. Weil die drei noch in keiner Band spielten, nannten sie sich „Anonyme Giddarischde“ und spielten das „Baggerweiherlied“ in Frankreich auf Pfälzisch vor niederländischem Publikum.
Mittlerweile sind die Musiker längst nicht mehr so anonym wie ihr Name vermuten ließe. Ihr „Palzlied“ kann so gut wie jedes Pfälzer Kind mitträllern, in der SWR1-Hitparade schaffte es der Song auf Platz zwei, auf Weinfesten gilt er längst als inoffizielle Hymne der Pfalz.
Vorliebe für Regionales
Für die Erzeugergemeinschaft Pfälzer Grumbeere hatte die Band, als sie im vergangenen Jahr zum Markenbotschafter gekürt wurde, auch einen Song inklusive Musikvideo aufgenommen. „Ich ess so gern vun do“ heißt das Stück und handelt – wie der Titel schon vermuten lässt – von der Vorliebe zu regional angebauten Lebensmitteln. Im Video sieht man die Anonyme Giddarischde auf einem Kartoffelacker.
Die T-Shirts, die die Band seitdem auch auf Auftritten trug, seien von den Fans immer wieder angefragt worden, bevor die Erzeugergemeinschaft beschloss, sie zu verkaufen. Das sei aber nicht so leicht gewesen, wird der Vorsitzende Hartmut Magin in einer Pressemitteilung zitiert. „Da wir als wirtschaftlicher Verein organisiert sind, erlaubt unsere Satzung kein Geschäft mit Merchandising-Artikeln“, heißt es. Deshalb kooperiere man mit „Fein-Stick“ aus Frankenthal, die die Webseite www.allesmitdubbe.de betreiben. Der Erlös geht anteilig an das Deutsche Kartoffel-Museum in Fußgönheim, das sich aktuell im Umbau befindet. Für ein T-Shirt zahlt man je nach Größe 16 bis 22 Euro. Ganz so teuer wie das DHL-Shirt von Vetements wird es also nicht – das kostete damals stolze 245 Euro.
