Fragen und Antworten RHEINPFALZ Plus Artikel Wie sich Motorradunfälle vermeiden lassen

Motorradfahrer haben ein höheres Unfallrisiko als andere Verkehrsteilnehmer – allerdings nicht immer selbstverschuldet.
Motorradfahrer haben ein höheres Unfallrisiko als andere Verkehrsteilnehmer – allerdings nicht immer selbstverschuldet.

Fragen und Antworten: Die Straßen im Pfälzerwald sind bei Motorradfahrern beliebt – bergen aber auch ein Unfallrisiko. In den vergangenen Wochen sind in der Pfalz mehrere Biker tödlich verunglückt. Wie können die Straßen sicherer gemacht werden?

Welche Stellen in der Pfalz sind besonders gefährlich für Motorradfahrer?
Der ADAC Pfalz nennt vor allem das Elmsteiner Tal als Unfallschwerpunkt. Dieses ist seit einigen Jahren von April bis Oktober an Wochenenden und Feiertagen für Motorradfahrer gesperrt. Prinzipiell seien alle engen und kurvigen Straßen riskant. Die Polizeipräsidien Rhein- und Westpfalz sehen in ihren Dienstgebieten keine Stellen, an denen sich Motorradunfälle besonders häufen.

Aus welchen Gründen passieren die meisten Motorradunfälle?
Die Polizei nennt überhöhte Geschwindigkeit als häufigsten Grund, gefolgt von ungenügendem Seitenabstand und missachteter Vorfahrt. Laut ADAC führen auch Fehler beim Überholen oft zu Unfällen. Auch Split, Sand oder Laub auf der Straße können dazu führen, dass die Reifen die Bodenhaftung verlieren.

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Gibt es tatsächlich immer mehr Motorradunfälle?
Laut der Verkehrsunfallstatistik des Polizeipräsidiums Westpfalz nimmt die Anzahl der Motorradunfälle in ihrem Dienstgebiet seit 2018 tendenziell ab. Im vergangenen Jahr verzeichnete das Präsidium 256 Unfälle, an denen Motorradfahrer beteiligt waren. Dabei sind fünf Fahrer tödlich verunglückt. In der Vorderpfalz ist die Anzahl der Unfälle mit Motorrädern von 461 im Jahr 2021 auf 573 im vergangenen Jahr gestiegen. Dabei gab es 2022 drei Todesopfer. Der ADAC verzeichnet seit 2000 einen Rückgang der Unfälle, bei denen Motorradfahrer schwer oder tödlich verletzt werden. „Wenn die Saison anfängt, gibt es erfahrungsgemäß mehr Unfälle als später im Jahr“, sagt ADAC-Pfalz-Sprecherin Monika Gaß. Denn dann hätten Autofahrer oft noch nicht auf dem Schirm, dass wieder mehr Motorräder unterwegs sind, oder es komme vor, dass Biker sich selbst überschätzen. Allerdings hätten Motorradfahrer im Vergleich ein vierfach höheres Risiko, an einem Unfall beteiligt zu sein, und ein siebenfach höheres Risiko, tödlich zu verunglücken.

Was können Motorradfahrer für ihre eigene Sicherheit tun?
Der ADAC empfiehlt, vor der Fahrt zu überprüfen, ob an der Maschine alles in Ordnung ist, vor allem an den Reifen und Bremsen. Für den Fahrer gelte, sich nicht selbst zu überschätzen, was Konzentration und Fitness angeht – und Schutzkleidung zu tragen. Besonders auf schattigen Straßen in Wäldern sei es auch wichtig, mit eingeschaltetem Abblendlicht und Kleidung in grellen Farben zu fahren.

Worauf sollten Autofahrer während der Motorradsaison achten?
„Motorradfahrer werden aufgrund ihrer schmalen Silhouette leicht übersehen und ihre Geschwindigkeit unterschätzt“, heißt es weiter vom ADAC. Daher empfehle es sich für alle Verkehrsteilnehmer, defensiv zu fahren und sich mental in die Lage der anderen versetzen.

Wie können Straßen sicherer für Motorradfahrer gemacht werden?
Die Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen hat Vorschläge erarbeitet, wie sich Motorradunfälle durch die Gestaltung der Straßen vermeiden lassen. Darin werden unübersichtliche Straßen, mangelnder Grip auf der Fahrbahn und fehlende Linksabbiegestreifen als Probleme genannt. Laut ADAC lassen sich auch durch Unterfahrschutz an Leitplanken Verletzungen vermeiden, wenn Motorradfahrer die Kontrolle verlieren und unter die Leitplanke rutschen. Straßen, auf denen viele Motorradunfälle passieren, grundsätzlich zu sperren, hält ADAC-Sprecherin Gaß nicht für die richtige Lösung: „Eine Sperrung hilft, die örtlichen Unfallzahlen zu verbessern. Verhaltensänderungen helfen aber immer und überall.“

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