Wissensdurst Weintipp RHEINPFALZ Plus Artikel Weintipp zum Wurstmarkt: Präziser Riesling vom Dürkheimer Buntsandstein

Wer auf geradlinigen Riesling steht, dem empfiehlt Charlotte Weihl am Schubkarchstand Nr. 12 vorbei zu schauen.
Wer auf geradlinigen Riesling steht, dem empfiehlt Charlotte Weihl am Schubkarchstand Nr. 12 vorbei zu schauen.

Passend zum Dürkheimer Wurstmarkt empfiehlt Charlotte Weihl einen Riesling vom Weingut SOPS Dambach, der im Schubkarchstand Nr. 12 ausgeschenkt wird.

Von Charlotte Weihl
Das Wurstmarktfieber hat den Wissensdurst Wein-Tipp diese Woche fest im Griff. Bereits zum 609. Mal wird in Bad Dürkheim das größte Weinfest der Welt gefeiert. Passend dazu habe ich mir einen Wein von einem Betrieb ausgesucht, der mitten im Geschehen steht: den 2024er Buntsandstein Riesling vom Weingut SOPS Dambach, die mit ihren Weinen am Schubkarchstand Nr. 12 vertreten sind.

Hinter SOPS stehen Sven Ohlinger und Philipp Seeger, die ich noch aus ihrer Zeit beim Weingut Knipser kenne. Was mich an den beiden begeistert, ist ihre Konsequenz: klare Handschrift, kompromisslose Qualität, der Fokus auf Lagencharakteristik. Ihr Buntsandstein Riesling bringt das perfekt zum Ausdruck.

Vom Garagenwinzer zum eigenen Betrieb

Angefangen haben sie 2010 als Garagenwinzer im Weingut Knipser, mit ersten kleinen Mengen unter dem Label „SOPS“. 2018 folgte der entscheidende Schritt: Mit der Übernahme des traditionsreichen Weinguts Nickels-Dambach im alten Ortskern von Bad Dürkheim zogen sie in einen eigenen Keller und etablierten den Namen „Dambach“. Seither hat sich der Betrieb rasant entwickelt, steht für präzise, Terroir betonte Weine und befindet sich aktuell in der Umstellung auf Bio.

Die Pfälzer Jungs konzentrieren sich auf Riesling, Spätburgunder und Chardonnay, ergänzt durch spannende Exoten wie Syrah.

Klar und unverfälscht

Die Trauben des Buntsandstein Riesling wachsen im Dürkheimer Steinberg, einer geschützten Lage nahe dem Waldrand. Vergoren ist er im großen Holzfass und lange auf der Vollhefe gereift. Für mich ist dieser Riesling vor allem eines: klar und unverfälscht. Statt üppiger Frucht dominieren Mineralität, eine prägnante Säure und ein salziger, spritziger Charakter – die pure Handschrift des Buntsandsteins.

Besonders gefällt mir, wie die Säure den Speichelfluss anregt und den Wein dadurch enorm lebendig hält. Sie sorgt dafür, dass der Geschmack lange am Gaumen präsent bleibt und immer wieder Lust auf den nächsten Schluck macht, was ich gerade beim Schreiben dieses Textes nur bestätigen kann.

Perfekt zu fettreichen Speisen

Ein Riesling, der auf Klarheit setzt. Gerade das macht ihn so spannend: ein Wein mit Haltung, der die Herkunft unmissverständlich spüren lässt. Und das Beste: Er ist nicht nur während des Wurstmarkts ein Erlebnis, sondern auch danach ein Riesling, den man gerne wieder ins Glas holt.

Für mich passt die prägnante Säure dieses Rieslings besonders gut zu fettreichen Gerichten, weil sie ihnen Leichtigkeit verleiht. Am Wurstmarkt denke ich dabei sofort an Langos, diese ungarische Spezialität, die mit Knoblauch, Sauerrahm und Käse so richtig deftig daherkommt – zusammen mit dem Buntsandstein Riesling wird daraus ein überraschend frisches und harmonisches Genussduo.

Erhältlich aktuell am Stand 12 oder ab Hof für 9 €.

Über Charlotte Weihl

Charlotte Weihl ist gebürtige Gönnheimerin, war 85. Pfälzische und 76. Deutsche Weinkönigin und studiert Internationale Weinwirtschaft in Geisenheim. Sie arbeitet im Weingut Knipser in Laumersheim und veröffentlicht alle zwei Wochen einen Wein-Tipp im Entkorkt-Newsletter. In ihrer Freizeit ist sie gerne im Pfälzerwald unterwegs oder im Stadion beim 1. FC Kaiserslautern.

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