Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Wein-Wandertipp: Das römische Weingut mitten im Rebenmeer

Das Weingut Weilberg bei Ungstein. Hier hin führt eine Runde von elf Kilometern.
Das Weingut Weilberg bei Ungstein. Hier hin führt eine Runde von elf Kilometern.

Auf den Spuren des Weines bewegt man sich bei dieser Wanderung von elf Kilometern (230 Hm) bei Bad Dürkheim – und auch die Einkehrmöglichkeiten kommen nicht zu kurz.

Auf ihrem Siegeszug durch Germanien besiedelten die Römer auch die Hügellandschaft des Palatinas. Und im quasi-mediterranen Klima am Haardtrand gediehen die Vorläufer von Riesling, Burgunder und Co. genauso prächtig wie in der Heimat. Am römischen Weingut am Weilberg in der Nähe des Bad Dürkheimer Ortsteils Ungstein können Besucherinnen und Besucher die Geschichte des pfälzischen Weinbaus nachvollziehen. Hier wurde ein repräsentatives Herrenhaus mit Weinkeller aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. rekonstruiert.

Blick von der Michaeliskapelle auf den Wurstmarktplatz.
Blick von der Michaeliskapelle auf den Wurstmarktplatz.

Die Außenanlage ist ganzjährig zu besichtigen, die Innenräume können nur bei einer Führung betreten werden. Den endgültigen Beweis für den antiken Weinbau liefert das Kelterhaus. Zu sehen ist eine rechteckige Tretanlage, worin die Trauben in der Erntezeit mit den Füßen zerstampft wurden. Danach floss der Most in ein tiefer liegendes Becken, wo er ausgeschöpft und in Fässer gefüllt wurde. Heutzutage wird das Keltern von Ungsteiner Vereinen bei besonderen Anlässen noch gepflegt.

Los gehts am Wurstmarktplatz

Die Wanderung eben dorthin startet auf dem Wurstmarkt-Parkplatz am Dürkheimer Riesenfass. Hier hat man das erste Ziel, die Kapelle auf dem Michaelsberg, bereits vor Augen. Der Parkplatz und die vielbefahrene B37 werden überquert und man biegt in die Sachsenhütter Straße ein. Viele Markierungen, unter anderem der „Wanderweg Deutsche Weinstraße“, führen hinauf auf den Michaelsberg. Bereits im Mittelalter stand auf dem „Monte sancti Michaelis“ ein Kirchlein, zu dem am Namenstag des Heiligen im September viele Wallfahrer und -fahrerinnen pilgerten. Um diesen Ansturm zu versorgen, wurden allerlei Waren angeboten. Das soll der Ursprung des Bad Dürkheimer Wurstmarkts, der als das größte Volksfest der Welt gilt, gewesen sein.

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Von der Kapelle geht es ein kurzes Stück zu einer Wegkreuzung, an der sich viele Markierungen befinden. Das römische Weingut ist ausgeschildert und ein schöner Weg dorthin folgt dem Weinstraßen-Logo. Auf einem Geo-Erlebnispfad geht es an steilen Weinbergterrassen vorbei. Zurzeit bietet es sich aber auch an, dem Mandelpfad zu folgen, an dem es punktuell an den rosa blühenden Bäumen vorbei geht. Der römische Gutshof ist aufgrund seiner exponierten Lage mitten im Rebenmeer schon von weitem zu sehen.

Mehrere Einkehrmöglichkeiten

Nach der Besichtigung geht es auf dem oberen Weg an der Nordseite des Haupthauses weiter. Man läuft zurück zur L517, überquert diese und folgt geradeaus dem Weinstraßen-Logo – nicht den Radweg nehmen! Hinter einer alten Steinmauer liegt das Hotel-Restaurant Annaberg. Für Weinliebhaber und -liebhaberinnen interessant: Das Areal war früher ein Weingut, wovon das umliegende Rebenmeer und die Auswahl der „guten Tropfen“ zeugen. Hier kann nach knapp fünf Kilometer Wegstrecke bereits eingekehrt werden. Der Weinstraßen-Wanderweg führt noch am Aussiedlerhof „Bärbelhof“ vorbei in den Dürkheimer Ortsteil Leistadt.

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Das Dörfchen betritt man „In den Weiden“ und verlässt es in einer Linkskurve gleich wieder. An der nächsten Weggabelung trennt man sich vom Trauben-Logo, läuft geradeaus weiter und folgt ab jetzt der Markierung „roter Balken“ in südliche Richtung. Zeitweise geht es stramm bergauf, an der Siedlung „Leistadt Lochacker“ vorbei bis zum Forsthaus Weilach. Erst hier erscheint das rote Balken-Symbol zuverlässig als Wandermarkierung am Wegesrand, zuvor nicht gerade oft und auch nicht gut sichtbar.

Immer wieder gibt es schöne Pausenplätzchen auf der Wanderung.
Immer wieder gibt es schöne Pausenplätzchen auf der Wanderung.

Für Wandersleut’, die gerne einkehren, ergibt sich nahe des Forsthauses eine weitere Gelegenheit. Nur 400 Meter entfernt befindet sich die PWV-Hütte „In der Weilach“, auch Dürkheimer Hütte genannt, die man über einem bequemen Forstweg erreicht. Nach diesem Abstecher geht es beim Forsthaus über den Parkplatz, am Ende rechts und gleich wieder links durch den dichten Wald. Die rote Balken-Markierung führt nun zur Schießanlage und der „Waldgaststätte zum Schützenhaus“. Danach wandert man durch die Annexe „Am Schlamberg“ hinunter in die Stadt. Dort angekommen geht es über die Leistadter Straße auf den Wurstmarkt-Parkplatz zu.

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