Wein-Tipp
Wein-Tipps aus der Redaktion: Unsere sechs Lieblingsweine für den Frühling
Wenn die Tage länger werden und die Sonne aufblühen lässt, darf der passende Wein nicht fehlen. Sechs Empfehlungen aus der Redaktion:
Frisch, mit feinem Fruchtspiel: Der Grauburgunder des Staatsweinguts Johannitergut in Mußbach
von Leo-Redakteurin Sabine Demirci
Endlich wieder draußen sitzen. Es blüht rundherum, erste Bienen und Hummeln brummeln um die Terrasse, Grillgeruch klettert in die Nase und die Sonne lacht dazu. Der perfekte Moment, ein gutes Glas Wein zu genießen. Aktuell steht bei uns zu Hause ein Grauburgunder vom Staatsweingut Johannitergut in Neustadt-Mußbach hoch im Kurs. Frisch, mit feinem Fruchtspiel – genau richtig für lange Abende draußen: leicht, charmant, nie aufdringlich. Sein klarer, pinot-beeriger Duft mischt sich mit der Luft und passt wunderbar zum entspannten After-Work.
Das Weingut selbst beschreibt den Tropfen aus der Haardter Lage als fruchtiges Ensemble aus heimischer Birne und exotischen Noten von Ananas und Maracuja. Der Abgang ist weich, rund, fruchtig – und durch den geringen Säureanteil besonders angenehm zu trinken. Und das Beste daran: Er bleibt mit unter zehn Euro pro Flasche absolut bodenständig. Ein Wein wie dieser drängt sich nicht in den Vordergrund – aber ich finde, er ergänzt den Moment auf genussvolle, harmonische Weise.
„Wie ein Blumenbouquet zum Trinken“: Der Sauvignon blanc vom Weingut Klaus Hilz
Von Mareike Keiper aus der Lokalredaktion Grünstadt
An einen guten Wein für laue Sommerabende habe ich hohe Erwartungen: In erster Linie soll er leicht sein, aber nicht wässrig, fruchtig, aber nicht zu süß, säurehaltig, aber nicht sauer. Bisher habe ich vor allem auf Cuvées gesetzt, weil viele Winzer diese Mischung am besten durch den Verschnitt hinbekommen. Aber dieses Jahr hat mich ein Sauvignon blanc überrascht: Das gute Stück, Jahrgang 2024, aus dem Dirmsteiner Hause Hilz ist genauso stimmig, wie ich es mir vorstelle.
Schon der florale Duft, der einem vor dem ersten Schluck in die Nase steigt, kündigt an, was der Wein draufhat – und er verspricht nicht zu viel. Fruchtig, blumig kommt der Sauvignons blanc des Weinguts Klaus Hilz daher, leicht und süffig, aber auch aromatisch und nachhaltig im Geschmack. Es ist, als würde ich ein wunderschönes Blumenbouquet trinken, und das ist als großes Kompliment gemeint.
Weckt die Geschmacksknospen auf: Der Cabernet Sauvignon & Merlot des Weinguts Oberhofer
von Leo-Redakteurin Gisela Huwig
Die ersten warmen Vorfrühlingstage haben bei mir gleich wieder die Lust auf diesen herrlichen Wein geweckt. Schon im vergangenen Sommer war die Cuvée aus Cabernet Sauvignon & Merlot des Edesheimer Weinguts Stefan Oberhofer mein erklärter Lieblingswein. Der frische, mit 12 % vergleichsweise leichte Wein, ist auf gehobene Weise süffig, wie ich finde. Spannend, wie er auf der Zunge und am Gaumen wohldosiert und genau richtig irgendwie „gegen den Strich“ bürstet und die Geschmacksknospen aus dem Winterschlaf weckt. Die Fachleute schmecken „Aromen von reifen Erdbeeren und Himbeeren, ergänzt durch subtile Kräuter- und florale Noten“.
Wenn ich das so lese, passt die Beschreibung wirklich super. Der Oberhofer-Rosé ist fruchtig, aber nicht so traubensüß oder glatt wie mancher Portugieser Weißherbst. Und mit dieser ausgewogenen Balance aus sanfter Säure und angenehmer Fruchtsüße passt er nicht nur wunderbar auf Balkon und Terrasse, sondern auch ideal zu leichten Sommergerichten. Zartrosa erinnert er schon von der Farbe her an die beliebten Rosés der Provence. Und ich finde, er kann damit auch von der Stilistik her bestens mithalten – vielleicht schmeckt er mir sogar noch eine Spur besser, weil ich die Pfalz im Glas so schätze. Ein Bio-Wein ist es überdies – für mich gibt`s dafür Extra-Punkte! Und er ist für Veganer geeignet.
Alles andere als langweilig: Der „Win Win“ des Weinguts Von Winning
von Andreas Schlick aus der Lokalredaktion Landau
Paul Sahner, der wunderbare und leider schon tote Großreporter der „Bunten“, hat mal gesagt, im Journalismus gebe es zehn Regeln. Und die Regeln eins bis acht lauteten: Langweile nie deine Leser! Kein so schlechtes Regelwerk. Übertragen auf das Winzergeschäft ließe sich also im Sahner’schen Sinne sagen: Es kommt am Ende darauf an, dass der Wein schmeckt. Und dann ist man, zumindest als Rosé-Freund, beim 2024er Win Win des altehrwürdigen Weinguts Von Winning aus Deidesheim schon sehr richtig.
Es ist zwar noch etwas früh im Jahr, aber der Sommer kommt. Dann, an einem lauen Abend auf der Terrasse, die untergehende Sonne im Gesicht, ist dieser Wein einfach zum Dahinschmelzen. Der Spätburgunder-Rosé kommt direkt, ist ziemlich fruchtig, hat eine angenehme Säure. Dazu ein Gericht mit Lachs oder Hühnchen, zum Niederknien. Der Wein kostet ab Hof 12,99 Euro. Zugegeben: Geht, mit Blick auf den Preis, wohl nicht an jedem Sommerabend. Aber Paul Sahner wäre angetan, denn mit diesem Rosé kommt keine Langeweile auf.
Ohne Alkohol, aber trotzdem mit viel Geschmack: Der Rose „Ohne Kater“ der Weinspezialisten Mejs
Von Mitarbeiterin Janina Croissant
Es ist Fastenzeit, doch nicht nur in diesen Wochen des bewussten Verzichts erfreuen sich alkoholfreie Weine wachsender Beliebtheit. Die Qualität steigt stetig und der Verzicht auf Promille bedeutet längst keinen Verzicht auf Genuss mehr. Ein schmackhaftes Beispiel dafür ist der Rosé „Ohne Kater“ der Weinspezialisten Mejs. Hinter „Mejs“ stehen die Weingüter Knöll und Vogel und Hitziger aus Bad Bergzabern sowie Wilker aus Pleisweiler-Oberhofen.
Das Ergebnis dieser Winzervereinigung schimmert in einem verführerischen Lachsrosa im Glas, als hätte die südpfälzische Abendsonne darin ihre letzten goldenen Strahlen eingefangen. Die Nase wird von einem fruchtigen Bouquet umschmeichelt: Erdbeeren, Himbeeren und ein Hauch von Sauerkirsche versprechen ein sommerlich-leichtes Geschmackserlebnis.
Am Gaumen bestätigt sich dieser Eindruck, fein ausbalanciert zwischen Fruchtsüße und der Rosé-typischen Säure. Richtig gut gekühlt entfaltet dieser alkoholfreie Wein seinen Charme als vielseitiger Speisenbegleiter. Er harmoniert mit Vorspeisen, Salaten und Grillgerichten. Doch auch pur nach Feierabend auf der Baustelle, auf der die passende Terrasse für diesen Wein erst noch entsteht, weckt er die Vorfreude auf warme Sommernächte.
Schmeckt wie ein flüssiger Frühlingstag: Die Cuvée „Sommerzeit“ vom Weingut Koch in Hainfeld
Von Vanessa Betz aus dem Content Development Team
Die ersten Frühlingstage haben für mich immer einen ganz besonderen Charme. Nach den grauen Wintermonaten ziehen mich die ersten Sonnenstrahlen sofort ins Freie – und wecken jedes Jahr auch wieder die Lust auf einen bestimmten Wein: den „Sommerzeit“ des Weinguts Bernhard Koch im südpfälzischen Hainfeld. Die Cuvée passt aus meiner Sicht perfekt zu diesem Gefühl der ersten Sonnentage. Das mag vor allem an den Bouquet-Rebsorten liegen, die in diesem Wein vereint sind und dank derer er für mich wie ein flüssiger Frühlingstag schmeckt.
Die Basis für die Cuvée bildet jedes Jahr die Scheurebe. Diese wird dann laut Alex Koch um weitere Rebsorten ergänzt, wie Sauvignon blanc und die Piwis (pilzwiderstandsfähige Rebsorten) Cabernet blanc und Sauvignac. In diesem Jahr ist zudem der Anteil an Goldmuskateller recht hoch. Wie Koch erklärt, ist die Zusammensetzung des „Sommerzeit“ jedes Jahr etwas anders. Das Ziel ist aber seit 2003 das gleiche: einen fruchtigen Sommerwein für jede Gelegenheit zu kreieren – und das ist den Kochs auch in diesem Jahrgang wieder gelungen.

Dürfen wir nachschenken?
Was sind die Trends der Weinszene? Welche Neuigkeiten gibt es von den Weingütern in der Region? Was ist Naturwein? Wie arbeitet ein Kellermeister? Und wo stehen Weinautomaten in der Pfalz? In unserem kostenlosen Newsletter „Entkorkt" liefern wir alle zwei Wochen Weinwissen für Pfälzer Weinliebhaber.
Wer nicht lesen will, kann hören: Sie wollten schon immer wissen, wie man die vielen Flaschen Wein, die man zu Hause hat, am besten lagert? Oder welche Unterschiede es zwischen verschiedenen Rebsorten gibt? Dann sind Sie hier genau richtig: In unserem kostenlosen Podcast "Wissensdurst" löchern Vanessa Betz und Rebecca Singer die Weinexpertin Janina Huber mit Fragen rund um das Thema Wein.


