Meinung Nur mit der CDU: Die Freien Wähler wählen eine riskante Strategie

Alles auf eine Karte: Joachim Streit.
Alles auf eine Karte: Joachim Streit.

Die Freien Wähler setzen alles auf eine Karte: Joachim Streit. Diese riskante Strategie kann zum Erfolg führen – oder zum Untergang.

Das war ein Parteitag nach dem Geschmack von Joachim Streit. Wie ein politischer Erlöser hat er sich in seiner Heimatstadt Bitburg an die Spitze der Bewegung gesetzt. Die Partei ist ihm in allem gefolgt. Sie hat ihn zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl gewählt. Sie hat seinen Kurs abgesegnet, der da lautet: Die SPD nach 35 Jahren aus der Regierung stürzen und ab Frühjahr 2026 zusammen mit der CDU Rheinland-Pfalz regieren. Und sie hat Streits Slogans für den Wahlkampf akzeptiert: weg mit den Straßenausbaubeiträgen, keine weiteren Krankenhausschließungen mehr.

Streit verbindet Instinkt mit Strategie. Nach dem miserablen Bild, das seine Freien Wähler in den vergangenen vier Jahren im Landtag abgegeben haben, weiß er: Seine Partei hat nur dann eine Chance auf den Wiedereinzug ins Mainzer Parlament, wenn sie mit einem überzeugenden Spitzenmann und klaren Aussagen, die den Nerv der Wähler treffen, in den Wahlkampf zieht.

Dafür nimmt Streit vieles in Kauf. Die Freien Wähler haben in Bitburg eine Landesliste aufgestellt, die Strömungen der Partei nicht einbindet, sondern wegschiebt. Etwa die Koblenzer, die sich eine klarere Abgrenzung von der AfD wünschen und sich ein Bündnis mit SPD und Grünen offen halten wollen. Oder die Freien von Nahe, Hunsrück und Birkenfeld, die mit die besten Wahlergebnisse eingefahren hatten.

Wenn Streits riskante Strategie Erfolg hat, dann hat er alles richtig gemacht. Wenn nicht, wird Streit „Mister Europa“ bleiben, und seine Partei in Rheinland-Pfalz einen kompletten Neuaufbau brauchen.

Hier geht’s zum Bericht über den Parteitag.

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