Rheinland-Pfalz / Mutterstadt Nicht nur zu Halloween: Rheinland-Pfalz ist bundesweit Top-2-Produzent

Der Hokkaido ist mit Abstand die beliebteste Sorte. Dabei gibt es Tausende: etwa Bischofsmützen, Roter Zentner, Blue Hubbard, Mu
Der Hokkaido ist mit Abstand die beliebteste Sorte. Dabei gibt es Tausende: etwa Bischofsmützen, Roter Zentner, Blue Hubbard, Muskatkürbisse und die Halloween-Variante.

Rheinland-Pfalz ist der drittgrößte Kürbisanbauer in ganz Deutschland, und bei der Erntemenge sogar Top 2. Was das Besondere ist.

Das geht aus Zahlen des Statistischen Landesamts in Bad Ems hervor. 92 Betriebe bauten demnach im vergangenen Jahr auf 830 Hektar Fläche Speisekürbis an und fuhren am Ende rund 23.000 Tonnen des Gemüses ein. Der Anbau konzentriert sich stark: Drei Viertel der deutschen Kürbisse wachsen in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. Dabei hat Rheinland-Pfalz unter den Top-3-Produzenten mit Abstand die geringste Anzahl an Kürbis-Betrieben. In Baden-Württemberg gibt es laut Statistik 540 Anbauer, in Bayern 540.

Laut dem Deutschen Bauernverband hat sich die Fläche, auf der in Deutschland Kürbis wächst, seit 2006 mehr als vervierfacht (plus 324 Prozent). Die Erntemenge hat sich im gleichen Zeitraum fast verdreifacht (plus 178 Prozent). 2010 wurde in Rheinland-Pfalz mit 5500 Tonnen gerade einmal ein Viertel der heutigen Menge geerntet.

Hokkaido auch in der Pfalz am beliebtesten

Die beliebteste Sorte ist Hokkaido, dessen Schale häufig mitgegessen wird. In der Pfalz konzentriere sich etwa 90 Prozent des Anbaus auf diese Sorte, sagte die Pfalzmarkt eG in Mutterstadt (Rhein-Pfalz-Kreis). Zehn Prozent verteilten sich auf die Sorten Halloween, Butternut sowie weniger bekannte Spezialitäten wie Spaghetti-Kürbis oder Bischofsmütze. Welchen Anteil Kürbis an ihrem Gesamtumsatz von 322 Millionen Euro oder am Ergebnis von 2,3 Millionen Euro in 2024 hatte, sagt die Genossenschaft nicht.

In dieser Saison liege der Preis, den Erzeuger erzielen, unter dem des Vorjahres: zwischen 0,70 und 1,05 Euro pro Kilogramm – das sei für sie „unbefriedigend“. Denn die „Kosten (Stichwort: höherer Mindestlohn, höhere Preise für Betriebsmittel wie Dünger, Ersatzteile für Maschinen etc. …)“ liegen laut Pfalzmarkt für den Kürbis-Anbau über denen des vergangenen Jahres. Mit Blick auf die gesamte Gemüseanbaufläche im Freiland in Rheinland-Pfalz (16.400 Hektar) liegt Kürbis laut Statistik in Bad Ems auf Platz fünf. Davor sind Radieschen, Karotten, Zwiebeln und Spargel.

Vielseitiges und gesundes Gemüse

Ein gewichtiger Grund für den Kürbis-Boom dürfte das auch gewachsene Interesse an Halloween sein. Das Fest am 31. Oktober hat sich in den vergangenen Jahrzehnten auch in Deutschland etabliert und scheint eine fixe kulturelle Saison geworden zu sein. In den USA ist Halloween mit ausgehöhlten Kürbissen, dekorierten Häusern und Gruselpartys (aber auch in der Pfalz) schon lange Höhepunkt der Saison. Auch in der Küche wird das Gemüse immer beliebter: als Kürbissuppe ohnehin, aber auch als Salatzutat, Beilage zu Fleisch oder Pasta, als Quiche, Risotto, im Curry oder als Gebäck. Kürbis gilt als ballaststoffreich und gesund mit Antioxidantien, Mineralien, Vitaminen.

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Speisekürbissen stieg allein in den letzten fünf Jahren um rund 20 Prozent, wie es in Bonn bei der Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) heißt. Demnach isst jeder Mensch in Deutschland im Schnitt jährlich mehr als ein Kilogramm Kürbis.

Zum Weiterlesen: Kürbisanbau in der Pfalz – in Kaiserslautern und in der Vorderpfalz

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