Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Immer mehr Hinweise auf Nosferatu-Spinne

Dieses Exemplar einer quicklebendigen Nosferatu-Spinne war bis zum 13. Januar bei der Spinnen-Ausstellung im Urweltmuseum Geosko
Dieses Exemplar einer quicklebendigen Nosferatu-Spinne war bis zum 13. Januar bei der Spinnen-Ausstellung im Urweltmuseum Geoskop auf der Burg Lichtenberg bei Kusel zu besichtigen.

Nach fast einem Jahr an Beobachtungen von RHEINPFALZ-Lesern steht fest: Die aus dem Mittelmeerraum stammende Nosferatu-Spinne ist gekommen, um zu bleiben. Immer mehr Pfälzer berichten von Begegnungen mit der imposanten Art. Inzwischen gibt es sogar vereinzelte Hinweise aus der Westpfalz.

In allen Jahreszeiten wurden die Achtbeiner in der Region gesichtet. Wobei sie im Frühling und Sommer eher am und im Herbst und Winter eher im Haus auftauchten, wie Katharina Schneeberg die Informationen der Leser zusammenfasst. Viermal hatte die Zoologin am Bad Dürkheimer Pfalzmuseum für Naturkunde über die RHEINPFALZ um Hinweise gebeten. Und mittlerweile fast 400 aufmerksame Beobachter haben ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit der Spinne geschildert. Inzwischen hat sich ein fester Personenkreis gebildet, der regelmäßig Funde meldet.

Auch in der Westpfalz aufgetaucht

Dank meist präziser Angaben, die im Idealfall mit Fotos des Tieres ergänzt wurden, kann Schneeberg die Hinweise nun weiter auswerten. So möchte die Zoologin noch genauer untersuchen, ob die Daten weitere Anhaltspunkte für Verhaltens-Unterschiede liefern, die von den jeweiligen Fundorten abhängig sind. Besonders erfreulich: „Es gibt mittlerweile auch vereinzelte Funde aus der Westpfalz.“ Wobei die westlichste Entdeckung aus der Nähe des saarpfälzischen Homburg stamme.

Ansonsten erhärten sich bisherige Erkenntnisse: Nosferatu liebt die Rheinebene mit ihrem milden Klima. „Besonders viele Meldungen der Art gibt es in Ludwigshafen, Mannheim, Landau und Speyer“, sagt Schneeberg. Und: „Es gibt vermehrt Meldungen im Herbst.“ Die weisen laut der Zoologin darauf hin, dass die Spinnenart in Gebäuden überwintert.

Respekt vor kräftigen Kieferklauen

Eine solche Nachbarschaft schätzen nicht alle Bewohner. Wer Nosferatu wieder an die frische Luft befördern möchte, sollte allerdings Vorsicht walten lassen: Die Spinne tötet ihre Beutetiere, indem sie mit ihren kräftigen Kieferklauen ein lähmendes Gift und Verdauungssäfte einspritzt. Und mit diesen Klauen kann sie sogar menschliche Haut durchdringen. Von einer solchen unangenehmen Erfahrung berichten nach Schneebergs Worten fast alle Leser, die versuchten, die Spinne mit der bloßen Hand anzufassen. Die Zoologin rät deshalb all jenen, die Nosferatu wieder hinaus komplimentieren wollen, „ein Glas über die Spinne zu stülpen und dieses mit einem Papier vorsichtig zu verschließen“. Diese Methode sei für alle Beteiligten schmerzfrei.

Übrigens: Der Name des Achtbeiners hängt nicht mit seiner Beißkraft zusammen. Es ist vielmehr die auffällige Rückenzeichnung, die ihm den „Nosferatu“ eingebracht hat. Die ähnelt nämlich in ihren Umrissen dem kahlköpfigen Vampir mit Segelohren und großen dunklen Augenhöhlen.

Weitere Meldungen erbeten

Schneeberg ist weiter an Meldungen über Begegnungen mit dieser Spinne interessiert. Hinweise mit Angaben zum Fundort und den Umständen können mit einem Foto an k.schneeberg@pfalzmuseum.bv-pfalz.de oder über den Artenfinder (https://artenfinder.rlp.de/) geschickt werden.

Rückenzeichnung der Nosferatu-Spinne.
Rückenzeichnung der Nosferatu-Spinne.
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