SAArbrücken / Landau
High Noon: Der Tag der Entscheidung im Pfalz-Saar-Duell
Am Samstag wird’s ernst. Elf Wochen nachdem Saar-Ministerpräsidentin Anke Rehlinger den Pfälzer Superminister Alexander Schweitzer zum Duell herausgefordert hat, ist der Tag der Entscheidung gekommen. Um 12 Uhr mittags – im Wilden Westen heißt das „High Noon“ – wird das Duell in Saarbrücken ausgetragen.
Doch wie hat man sich ein solches Pfalz-Saar-Duell vorzustellen: „Lewwerworschd“ gegen Lyoner? Saumagen gegen „Dibbelabbes“? Pfälzer Riesling gegen Karlsberg Ur-Pils?
Nein. Die beiden Sozialdemokraten haben sich auf Basketball und Diskuswerfen geeinigt. Für jeden etwas also: Schweitzer spielte früher in Bad Bergzabern Basketball, und die Leichtathletin Rehlinger hält Rekorde im Kugelstoßen und Diskuswurf.
Für ein Trainingslager im Vorfeld hat’s bei beiden nicht gereicht. Schweitzer lag Anfang der Woche mit einer Erkältung auf der Nase. Und Rehlinger tourte an einer Tour durch ihr geliebtes Saarland. Trotzdem zeigt man sich in der Saarbrücker Staatskanzlei siegesgewiss: „Wir sind da sehr zuversichtlich. Frau Rehlinger profitiert von ihrer sportlichen Vergangenheit. Und Sportler wollen immer gewinnen.“ Erst recht, wenn’s gegen die Pfalz geht. Leichte Zweifel bestehen beim Basketball. „Da muss man realistisch sein. Der Herr Schweitzer ist 2,06 Meter groß“, fürchtet die Saar-Staatskanzlei um die Lufthoheit.
Umgekehrt geht’s Schweitzer. „Mit dem Diskus bin ich blutiger Anfänger. Da werde ich gnadenlos verlieren. Ich habe nur Frisbee-Erfahrung am Strand.“ Beim Basketball werde er „aber ein paar Punkte machen“. Seine Strategie lautet: „Gutes Wetter, viel Glück und ein Formtief auf der Gegenseite“, dann sei „ein faires Unentschieden“ durchaus drin.
Wenn schon untrainiert: Haben die Kontrahenten dann zumindest ihren Ernährungsplan auf das Ereignis hin ausgerichtet, zum Beispiel verstärkt auf gesunde, kraftspendende Pfälzer Kost gesetzt? Rehlinger schon mal nicht. Die Staatskanzlei ließ wissen: „Sie hat eher noch mehr Saarländisches genossen.“ Schweitzer ist bei Schwenkbraten, Saumagen und Lyoner „sowieso schon länger draußen“, denn er ernährt sich vegan. Auf seinem Speiseplan standen in der Vorbereitungszeit „Pfälzer Obst, Gemüse – und ab und zu ein Gläschen Wein“.
Aus Weinseligkeit entstand das Duell übrigens nicht. Es war vielmehr so, dass Anke Rehlinger in ihrer ersten Regierungserklärung im April eine Umzugsprämie für Pfälzer versprach, die ins Saarland ziehen. Nicht nur für Pfälzer, aber eben auch. Schweitzer hatte damals mit den Vorzügen von Rheinland-Pfalz gekontert. Daraufhin forderte Rehlinger ihn zum Duell. Und zwar am Lulustein.
Lulustein? Das ist weder ein saarländischer Hinterhalt noch etwas Unanständiges, sondern eine Straße im Saarbrücker Stadtteil Bellevue, die an den französischen Prinzen Napoléon Eugène Louis Bonaparte erinnert, der Lulu genannt wurde und 1879 im Kampf gegen die Zulu in Afrika starb.
Heute soll rein sportlich gekämpft werden. Im besten Fall, so hofft es Schweitzer, folgen auf das Duell Freundschaftsspiele: regelmäßige Treffen, um die Zusammenarbeit und die Freundschaft zwischen Saarländern und (Rheinland-)Pfälzern zu vertiefen „und natürlich zu frotzeln“.
Unter diesem Link können Sie das Duell verfolgen: rheinpfalz.de/duell